Tiernamen Warum heißt der Gorilla im Zoo nicht Klaus?

Woher bekommen Zootiere ihren Namen? Gibt es dafür Standards oder sogar internationale Vorgaben? Nein, sagen die Verantwortlichen im Zoo Leipzig. Das einzige, was es braucht ist Kreativität. Aber warum heißt dann ein Lama "Horst" und ein Gorilla niemals "Klaus"?

Westlicher Flachlandgorilla
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Seit heute hat das im vergangenen Dezember geborene Gorilla-Mädchen des Leipziger Zoos einen Namen. Es heißt "Kianga". Der Name stammt aus dem Afrikanischen und bedeutet so viel wie "Sonnenschein". Warum nicht Petra oder Jeanette? Weil besonderer Tiernachwuchs besondere Namen braucht, so ist es im Zoo Leipzig. Und Gorilla-Nachwuchs ist definitiv besonders. Für den Zoo ist es seit der Eröffnung der Menschenaffenanlage im Jahr 2001 erst das sechste Gorillababy. "Und in diesem Fall ist es natürlich so, dass wir Namen benutzen, die mit dem Lebensraum der Tiere zu tun haben", so Zoo-Sprecherin Melanie Ginzel. Und deshalb wird es eben nichts mit Gorilla Klaus - mal abgesehen davon, dass es in diesem Fall ohnehin um ein Mädchen ging.

Tradition im Leipziger Zoo

Im Zoo Leipzig wird die Namensgebung der Gorillas traditionell von den Pflegern und Forschern des Zoos und des angesiedelten Primatenforschungszentrums des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie bestimmt. Nachdem klar war, dass der Menschenaffe ein Mädchen ist, konnte jeder Namensvorschläge machen. Es standen insgesamt drei afrikanische Namen zur Auswahl: "Kianga", "Neneh" (Große Mutter) und "Imara" (die Willensstarke). Der "Sonnenschein" Kianga  wurde schließlich per Stimmabgabe zum Favoriten erklärt.

Besucher bestimmen mit

Ähnlich ist es auch im Zoo Magdeburg. "Meistens bestimmen die Zoomitarbeiter die Namen und dann lassen wir abstimmen", sagt Regina Jembere vom Magdeburger Zoo. Außer beim Giraffenkalb. "Das erhält seinen Namen von fünf Tierpaten." Und bei den Spitzmaulnashörnern gibt es außerdem noch eine Besonderheit. Hier fangen alle Namen mit "Ma" für Magdeburg an. Madiba, der Nashornzuchtbulle, kam so zu seinem Namen. Dieses ganz eigene Regelwerk des Zoos existiert schon eine Weile.   

Abstimmungen der Besucher gibt es auch im Zoo Leipzig. So können sich zum Beispiel bei Elefanten, Giraffen und Lippenbären immer wieder auch die Besucher beteiligen. Und der Zoo Magdeburg hat auch noch vier kleine weiße Löwen ohne Namen. Die Abstimmung für die Kleinen ist noch bis zum 8. März 2017 möglich.

Und was ist mit Horst?

Warum heißt "Horst" eigentlich "Horst"? Kein Voting, keine drei Namensvorschläge. Horst war die Idee eines Pflegers, als das Lama im Leipziger Zoo einen Namen brauchte. 2003 wurde nämlich ein Tier gesucht, das den Zoo vertritt. Die Wahl fiel auf Horst, der damals gerade erst ein Jahr alt war und noch gar keinen Namen hatte. "Mit Horst sollte trainiert werden und ein Tiertraining geht einfacher, wenn das Tier einen wiedererkennbaren Namen hat. Es hört dann besser auf Vorgaben und Befehle, es kann besser motiviert werden", so Pressesprecherin Melanie Ginzel. Es war also Eile geboten und deswegen wurde der Vorschlag einfach angenommen. Ein Volltreffer, wie wir heute wissen.

Über dieses Thema berichtet der MDR MDR 1 RADIO SACHSEN | 16.02.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 11:30 Uhr
MDR um zwei | 16.02.2017 | 14:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 16.02.2017 | 19:00 Uhr