Hirnschnittstellen
Auf Knopfdruck eine Schnittstelle am Gehirn aktivieren - das ist die Vision. Bildrechte: IMAGO

EU-Förderung TU-Dresden-Forscher entwickelt neue Hirnschnittstellen

Es klingt nach Science-Fiction und Cyborgs. Dr. Ivan Minev entwickelt an der TU Dresden Hirnschnittstellen, technische Geräte, die eine direkte Kommunikation mit unserem Gehirn erlauben sollen.

Hirnschnittstellen
Auf Knopfdruck eine Schnittstelle am Gehirn aktivieren - das ist die Vision. Bildrechte: IMAGO

Kann eine Sonde im Gehirn verhindern, dass Patienten epileptische Anfälle bekommen? Wenn es fokale, also herdförmige Anfälle sind, und die Sonde genau auf diesen Bereich ausgerichtet ist, dann könnte das möglich sein. Wie so eine Sonde funktioniert, daran arbeitet Dr. Ivan Minev an der TU Dresden. Und für dieses Projekt hat er jetzt 1,5 Millionen Euro Fördergeld vom Europäischen Forschungsrat bekommen. Damit soll seine Forschung in den kommenden fünf Jahren unterstützt werden.

Dr. Ivan Minev
Bildrechte: BIOTEC

ERC Starting Grant, so heißt das Projekt des Forschungsrates, aus dem die Fördermittel fließen. Es soll Nachwuchswissenschaftler bei grundlagenorientierter Forschung unterstützen. Allein an der TU Dresden laufen 15 solcher Grants, darunter sechs Starting Grants.

Minevs Projekt hat zum Ziel Geräte zu bauen, die das Hören und Sprechen mit dem Nervensystem in mehreren "Sprachen" ermöglichen. "Sprachen“ bedeutet hier, dass die Schnittstellen oder Sonden mit dem Gehirn auf elektrische, chemische, thermische oder optische Weise kommunizieren.

Weniger Medikamente

Dahinter steckt die Hoffnung, durch solche Stimulationen eine Alternative zum Einsatz von Medikamenten anzubieten. Der Vorteil, so die TU Dresden in ihrer Mitteilung, sei eine schnelle und umkehrbare Wirkung, ein bedarfsgerechter und abgestufter Einsatz. Im Fall der fokalen epileptischen Anfälle wurde das Potential dieser IntegraBrain genannten Implantate bereits an Ratten demonstriert.

Ivan Minev ist seit 2016 Forschungsgruppenleiter am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden (BIOTEC). Es wurde im Jahr 2000 gegründet, um modernste Forschungsansätze in der Molekular- und Zellbiologie mit den Ingenieurswissenschaften zu verbinden.

Dieses Thema im Programm: MDR Fernsehen Nah dran | 02. August 2018 | 22:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2018, 16:17 Uhr