Heiter bis Winter Anarchie-Monat April

Eben hagelt es noch, dann kommt die Sonne raus, nachts Minusgrade, am Tag über 20 Grad. Hagel, Sonne, Regen, Sturm, Schnee - im April kann das Wetter in wenigen Minuten alles bieten. Deswegen ist es der beste Monat überhaupt. Er kann alles. Er ist unberechenbar. Er ist wild. April ist Punk. Aber warum?

Butterblumen blühen im Schnee
Bildrechte: Colourbox.de

Der April ist ein viel besungener Monat. Bauernweisheiten und Gedichte versuchen seine Wetterkapriolen zu beschreiben, Meterologen scheitern regelmäßig an seinen Launen. Der April ist einfach unberechenbar - zumindest unter gewissen Voraussetzungen. Woran liegt das?

Die Sonne ist nicht schuld

Die Sonne steht jetzt im April genauso hoch, wie sie auch Ende August wieder stehen wird. Sie hat also die gleiche Kraft wie im späten Hochsommer. Doch das Wetter könnte nicht unterschiedlicher sein. Der wechselhafteste Monat und der heißeste Monat des Jahres scheinen nicht viel miteinander zu tun zu haben. Die Sonne scheidet also schon mal aus als Grund für den launigen Monat.

April, dein Segen heißt Sonne und Regen. Bloß den Hagel, den häng an den Nagel.

Bauernweisheit

Meterologen wissen schon seit langem, dass das typische Aprilwetter nur in einer bestimmten Wetterlage entsteht. Idealerweise gibt es ein skandinavisches Tiedruckgebiet und ein stabiles atlantisches Hochdruckgebiet über Nord-West Europa. Die gegenläufigen Drehrichtungen dieser Syteme bewirken, dass polare Luftmassen nach Zentraleuropa geschaufelt werden. Denn das typische Aprilwetter braucht kalte Luft.

Kalt muss es sein

Bläst der April mit beiden Backen, gibt's viel zu jäten und zu hacken.

Bauernweisheit

Nach dem langen polaren Winter ist die dortige Luft noch richtig kalt. Bis zu -30°C in fünf Kilometern Höhe sind keine Seltenheit im April. Dazu kommt, dass auch die Meere noch eiskalt sind. Wasser ist zwar ein ganz passabeler Wärmespeicher, aber es dauert einfach eine Zeit, bis es sich erwärmt. Ganz anders das Land. Die Erde erwärmt sich sehr viel schneller als das Wasser und hat sich im April schon ordentlich aufgeheizt.

Warm muss es sein

Warme Erde und kalte Luft, das sind die notwendigen Zutaten für ein wechselhaftes Aprilwetter. Und zwar weil die Wärmequelle unten ist und die Kälte von oben kommt. Das nennt man eine "labile Luftmasse". In dieser steigt die leichtere Warmluft nach oben und kühlt sich dadurch ab. Der Wasserdampf kondensiert und fällt schließlich je nach Intensität und Temperaturverhältnissen in den Wolken als Regen, Graupel oder Schnee zum Erdboden.

Der Wetterfrosch hüpft im April rauf und runter, wie er will.

Klaus Klages, (*1938), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Wo Luft aufsteigt, muss aus Massenerhaltungsgründen auch wieder welche nachströmen. Dies geschieht durch absinkende Luftmassen in der Umgebung, was dort dann Auflockerungen zwischen den Schauerwolken zur Folge hat. So kommt also der schnelle Wechsel zwischen Sonnenschein und Schauertristesse zustande

Wenn der April stößt rau ins Horn, so steht es gut um Heu und Korn.

Bauernweisheit

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell auch im TV und Radio : stündlich

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 11:53 Uhr