Astronomie und Raumfahrt im April Supermond, Abendstern und Sternschnuppen: Der Aprilhimmel vom Wohnzimmerfenster aus

Auch wenn sie durch COVID-19 ans Haus oder ihre Wohnung gebunden sind, gibt es schöne Beschäftigungen, denen sie nachgehen können. Besonders im April lohnt sich der Blick zum Himmel. Es wird Sternschnuppen sowie einen Supermond geben, die Venus wird hell leuchten und das Gedenken an Apollo 13 wird zelebriert.

Aufnahme der Venus
Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Bereits am 1. April – und das ist kein Scherz – stehen die Planeten Mars, Jupiter und Saturn am Nachthimmel. Ab fünf Uhr morgens wandern sie über den südöstlichen Horizont nach oben. Knapp über dem roten Planeten wird Saturn stehen. Ein kleines Stück weiter südlich befindet sich Jupiter. Bis zirka 5.45 Uhr kann man die drei Planeten gut erkennen. Dann wird es allmählich hell, denn um 6.45 Uhr ist Sonnenaufgang.

Das Techtelmechtel von Venus und den Plejaden

Sternbild Stier mit dem Plejaden-Sternenhaufen
Sternbild Stier mit dem Plejaden-Sternenhaufen. Bildrechte: Imago/MarcxWard

Am 3. April zieht unsere Nachbarin, die Venus, an einer Sternenkonsultation vorbei, die bereits unseren Vorfahren bestens bekannt war: Die Plejaden, auch Siebengestirn oder die sieben Schwestern genannt. Bereits am letzten März-Sonnabend hatte der Astronomietag sie ins Zentrum der Beobachtung gestellt, beim gemeinsamen digitalen Sternegucken.  

Die Sonne wird am 3. April um 19.48 Uhr untergehen. Am Himmel wird es noch hell sein und erst eine Stunde darauf, wird man die Venus am Westhimmel gut erkennen. Sie wird im Siebengestirn der Plejaden stehen. Mit einem Fernglas oder Teleskop kann man das Himmelsereignis gut beobachten. Selbst bei schlechten Wetterverhältnissen sollte man den Kopf nicht hängen lassen. Im Nordwesten werden Venus und ihre sieben Schwestern erst kurz nach Mitternacht ihren Weg hinter den Horizont finden. Es bleibt also Zeit zum Hoffen. Übrigens: Das Licht der Venus erreicht uns in wenigen Minuten - je nachdem, wo sie sich auf ihrer Bahn gerade befindet, ist sie knapp 40 oder 260 Millionen Kilometer enfernt. Das Licht braucht also zwischen rund zwei oder über 14 Minuten zu uns. Anders ist es mit dem Schein der Plejaden. Ihr Licht ist 420 Jahre zu uns unterwegs.

Supervollmond: Der Erde so nah

Am 8. April dürfen sich Mondfreunde über einen besonders großen und hellen Erdtrabanten freuen. Am Vortag steht der Mond der Erde für 2020 am nächsten. Deshalb erscheint der April-Vollmond sieben Prozent größer als sonst. Dieses Ereignis nennt sich Supervollmond oder Supermond. Der Größenunterschied selbst ist dabei eher zweitrangig: Wer will ohne einen zweiten Referenzmond mit dem bloßem Auge erkennen, ob der Mond an diesem Tag größer als üblich? Jedoch gewinnt er an 30-prozentiger Leuchtkraft hinzu. Ein Blick aus dem Wohnzimmer- oder Schlafzimmerfenster lohnt sich allemal.

Der Mond wird am Vorabend bereits gegen 19 Uhr im Osten aufgehen. Die Sonne wird aber erst um 19.54 Uhr untergehen. Über die Nacht hinweg, wird sich der Mond in westliche Richtung bewegen, wo er gegen sieben Uhr morgens untergehen wird. Am scheinbar größten und hellsten wird er um 4.35 Uhr sein, wenn er am südwestwestlichen Himmel steht. Mars, Saturn und Jupiter werden dann nahe des Horizontes im Südosten glänzen.

Mondvergleich
Der Größenunterschied des Mondes während Supervollmond und Minivollmond. Bildrechte: NASA

Übrigens: Während wir den Supermond betrachten, wird auf dem Mars der Herbst eingeleitet. Bei seiner rund zweijährigen Reise um die Sonne sind seine Jahreszeiten fast doppelt so lange wie auf der Erde. Somit wird der Winter dort am 2. September anfangen, dann, wenn wir hoffentlich noch mit angenehm warmen Temperaturen versorgt werden.

Raumfahrt im April: Blick in Richtung Zukunft und Vergangenheit

Kontrollzentrum der Raumfahrtmission Apollo dreizehn.
Im Kontrollzentrum zur Raumfahrtmission Apollo 13. Bildrechte: NASA

Vor 50 Jahren, am 11. April, ist die Mondmission Apollo 13 zum Erdtrabanten aufgebrochen. Doch noch während des Fluges kam es zu einer Explosion, die eine Beinah-Katastrophe ausgelöst hat. Wie die drei US-amerikanischen Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise diese Situation gemeistert haben, haben wir für Sie im MDR Wissen Weltraumkalender zusammengefasst.

Wenige Tage nach dem fünfzigsten Jahrestag wird der Blick in die Zukunft gerichtet.  Am 15. April wird die neue Sojus-2.1A Rakete die ersten Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern. Der äußerst zuverlässige Raketentyp ist bereits seit 1963 im Einsatz – natürlich in verschiedenen Ausfertigungen. Durch die neuen Verbesserungen ähnelt die Flugfähigkeit der Trägerrakete den alten Space-Shuttles.

Halbmond trifft Planeten

Am 15. April wird es auch astronomisch spannend bleiben. Der abnehmende Halbmond wird am frühen Morgen zwischen den beiden Gasriesen Jupiter und Saturn stehen. Natürlich nur für unser Auge, denn die beiden Riesen sind viel zu weit weg, dass der Mond sich zwischen sie stellen kann. Wer an diesem Morgen um fünf Uhr bereits fit ist, sollte an den südöstlichen Himmel schauen. Die Lärchen unter Ihnen dürften den Halbmond bereits um vier Uhr morgens zusammen mit einem weiteren Himmelskörper betrachten dürfen: dem Mars. Da die Sonne bereits um 6.14 Uhr am Horizont erscheint, wird für die Himmelsbeobachtung nicht viel Zeit bleiben. Übrigens: Seit Monatsbeginn hat der Mars kräftig an scheinbarer Größe gewonnen.

Sternschnuppen und heller Abendstern zu Monatsende

Meteorstrom der Lyriden
Der Meteorstrom der Lyriden. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Zwischen dem 16. und 25. April dürfen die Sternschnuppenfreunde unter Ihnen aufhorchen. Ab Mitternacht verwöhnen die Lyriden den Himmel mit einem leisen Wunschkonzert. Ihren Höhepunkt finden sie am 22. April am südöstlichen Morgenhimmel. Wer sich etwas wünschen möchte, muss geduldig sein. Mit nur zirka 18 Sternschnuppen pro Stunde gehören die Lyriden zu den schwächeren Sternschnuppenströmen.

Zu Monatsanfang war sie bereits da. Nun taucht die Venus wieder auf und zwar als hellster Abendstern. Am 30. April wird der Planet seine stärkste Leuchtkraft erreichen – auch wenn man einen scheinbaren Unterschied nur mit Messinstrumenten feststellen kann. Demnach wird unsere Nachbarin über den ganzen Monat hinweg leuchtstark am Abendhimmel stehen. Wer sie am 30. April beobachten möchte, sollte gen Westen schauen. Ab 22 Uhr wird es dunkel genug sein. Im Nordwesten wird sie um Mittenacht untergehen. Bereits im Mai wird sie den Abendhimmel verlassen und im Juni als Morgenstern neu erscheinen.

0 Kommentare