Blitzatlas 2016 Dresden ist Mitteldeutschlands Blitzhauptstadt

Dresden war 2016 die Blitz-Hauptstadt Mitteldeutschlands. Das zeigt der aktuelle Blitz-Atlas, der heute veröffentlicht wurde. Dort blitzte es im vergangenen Jahr fast zehn Mal so häufig wie in Nordhausen.

925 registrierte Blitze, pro Quadratkilometer 2,82 – das sind die Zahlen für die sächsische Landeshauptstadt, die die Blitzesammler von Siemens gemessen haben. Das ist wenig im Vergleich zu den Vorjahren, reicht aber für Platz 1 im Blitzranking Mitteldeutschlands. Ganz unten auf der Liste steht dort der Landkreis Nordhausen, die Region mit den wenigsten Blitzen.  Nur 219 wurden im gesamten Jahr 2016 registriert, 0,31 Blitze pro Quadratkilometer. Damit ist der Landkreis nur knapp an den Top 3 bundesweit vorbeigeschrammt – Flensburg (0,2), Frankfurt/O. (0,2) und Fürth (0,3).
Wie viele Blitze es in den einzelnen Städten und Landkreisen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 2016 gab, finden Sie in dieser Karte:

Dresden hat damit im vergangenen Jahr den Erzgebirgskreis von der Spitze verdrängt. Der liegt normalerweise vorn und gehört auch im gesamtdeutschen Schnitt der vergangenen Jahre zu den blitzreichsten Gegenden, gemeinsam mit der Schwäbischen Alb und dem Alpenvorland. Der Grund dafür ist klar: Insbesondere im Sommer stauen sich an den Gebirgen die feuchtwarmen Luftmassen. Und die sind nötig, damit sich die Cumolonimbuswolken bilden können, die Gewitterwolken, die sich gebirgsartig auftürmen und der Ausgangspunkt für Gewitter und Blitze sind.

Warum gerade Dresden?

Warum Dresden trotzdem mehr Blitze erlebte, kann verschiedene Gründe haben. Zum einen können einzelne Gewitterereignisse die Statistik gehörig durcheinanderwirbeln. Das zeigt auch der deutsche Blitzespitzenreiter 2016, die Stadt Wesel (siehe Grafik), die sonst im Blitzemittelfeld ist und 2016 auf Platz 1 sprang. “Dies lag an wenigen, dafür aber sehr heftigen Gewittern im Mai und Juni, bei denen ein Großteil der Blitze im Landkreis eingeschlagen sind", so Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens.

Zum anderen sind Großstädte und deren Ballungsgebiete insgesamt gefährdeter. Auch Berlin oder Hamburg erleben deutlich mehr Blitze als das Umland. Hamburg war 2016 sogar Spitzenreiter unter den Bundesländern. Insgesamt war das vergangene Jahr allerdings ein eher blitzarmes. Ein Trend, der bereits seit einiger Zeit beobachtet wird, im vergangenen Jahr aber eine sehr klare Ursache hatte, so Blitze-Experte Them: "Hauptgrund ist, dass im normalerweise blitzreichen August sehr wenige Gewitter zu verzeichnen waren.“

Für den Blitzatlas werden die Daten von 160 Messstationen in Europa ausgewertet. Gezählt werden alle Erdblitze. Das Informationssystem wurde 1991 eingerichtet. Wetterdienste nutzen den Service, genauso wie Versicherungen, Industrieunternehmen und Stromversorger.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN: im Radio | 13.07.2017 | 13:00 Uhr