Lichtverschmutzung Earth Night: Licht aus für eine Nacht

Wann haben Sie zuletzt eine richtig dunkle Nacht erlebt? Vielleicht in einem Sternenpark wie in der Rhön. Denn ansonsten stört überall Lichtsmog die Finsternis. Vielleicht ändert sich das am 7. September zur "Earth Night".

Satellitenaufnahme vom nächtlich erleuchteten Europa
Satellitenaufnahme vom nächtlich erleuchteten Europa. Bildrechte: IMAGO

Mehr und mehr Lichter. In der Wohnung, auf der Straße, beim Spazierengehen am Smartphone, beleuchtete oder selbst leuchtende Werbung, angestrahlte Sehenswürdigkeiten, Flugplätze, Bahnhöfe ... Wir machen die Nacht zum Tag. Lichtverschmutzung ist eines der großen Probleme unserer Gesellschaft. Es gibt keinen dunklen Ort mehr, das Restlicht der Zivilisation ist auch an den entlegendsten Ecken der Welt zu sehen. Selbst im All ist die Lichtverschmutzung Thema.

Die Folgen sind vielen unbekannt. Klar, bläuliches Licht ist schlecht zum Einschlafen. Wer abends also noch am Telefon spielt, wird schwerer in den Schlaf finden. Das Problem nehmen viele in Kauf, denn wir leben doch eh alle in stressigen Zeiten. Aber das ist etwas, was wir sofort selbst lösen können. Handy weg vom Bett. Die Vögel können das nicht. Bei ihnen ändert Lärm und Licht alles.

Am 7. September ab 22 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) heißt es deshalb, wenn es nach der Initiative "Paten der Nacht" geht: Licht aus! An diesem Abend findet die jährliche Earth Night statt. Dieses internationale Event widmet sich der Eindämmung der Lichtverschmutzung und möchte auf deren Folgen aufmerksam machen.

Folgen der Lichtverschmutzung

Dass Lichtverschmutzung gesundheitliche Folgen haben kann, liegt beinah auf der Hand. Schlaf- und Wachphasen geraten durcheinander, die Zell-Reparatur und -Regeneration wird gestört. Aber nicht nur den Menschen schadet die dauernde Beleuchtung. Bei Tieren kann es zu Burnout-Erscheinungen kommen und gar zu Artensterben. Außerdem sind die vielen Lichter für unzählige Insekten eine Gefahr. Und auch der Rhythmus von Pflanzen sei gestört, erklärt die Initiative:

Bäume beispielsweise blühen früher und werfen im Herbst ihr Laub zu spät ab – vor allem diejenigen, die direkt an oder unter hellen Lichtquellen (Straßenlaternen) stehen. Das viele Licht suggeriert ihnen, es sei immer noch Sommer. Frostschäden sind die Folge.

Paten der Nacht

Die Earth Night will – anders als die Earth Hour – eine ganze Nacht menschgemachtes künstliches Licht soweit es geht reduzieren. Sie beginnt immer um 22 Uhr am Tag des September-Neumondes, in diesem Jahr dem 7. September. Wer in Mitteldeutschland dabei ist und wie man selbst das Licht reduzieren kann, haben unsere Kollegen von MDR Jump hier aufgeschrieben.

Und dieser interaktive Atlas des GeoForschungsZentrums Potsdam zeigt zum ersten Mal die nächtliche Lichtverschmutzung auf der gesamten Erde.

PK/GP

2 Kommentare

MDR-Team vor 11 Wochen

@part,
zur Auswirkungen von LED-Licht gibt es bereits viele Erkenntnisse/Untersuchungen. Die Kolleg*innen vom BR haben dazu eine umfangreiche Sammlung: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/led-makula-augen-gefaehrlich100.html

part vor 11 Wochen

Unterschiedliche Lichtquellen haben unterschiedlichen Wellenlängen, besonders mit Einführung der LED- Lampen und Verbot von der Glühlampen hat sich ein Wandel vollzogen, dessen Auswirkungen auf Flora und Fauna bisher noch nicht untersucht wurden, eben sowenig wie auf die Gesundheit am Arbeitsplatz.