In einem Gewässer eingefrorener Alligator
Alligator-Maul im Eis: Screenshot von Facebook-Seite des Shallotte River Swamp Parks. Bildrechte: OIB Swamp Park/Facebook

Coole Reptilien und ihre Tricks Eingefrorene Alligatoren und vereiste Frösche

Die extreme Kälte in Nordamerika verlangt Mensch und Tier alles ab. In North Carolina froren sogar die Alligatoren in ihren Sümpfen ein. Ein "Trick", um zu überleben. Andere Reptilien sind sogar noch "cooler".

In einem Gewässer eingefrorener Alligator
Alligator-Maul im Eis: Screenshot von Facebook-Seite des Shallotte River Swamp Parks. Bildrechte: OIB Swamp Park/Facebook

Ein skurriler Anblick lässt derzeit die Besucher des Shallotte River Swamp Parks im US-Bundestaat North Carolina frösteln. Aus den Eisflächen der wegen der extremen Kältewelle im Osten der USA zugefrorenen Gewässer des Naturparks ragen die scharf bezahnten Mäuler eigefrorener Alligatoren heraus.

Extrem seltenes Naturschauspiel

Ein Naturschauspiel, das man in dieser Gegend nur extrem selten beobachten kann. Normalerweise herrschen hier im Januar 15 Grad Celsius - Plus wohlgemerkt! Doch die Reptilien sind weder zufällig eingefroren, noch sind sie tot. Wie Parkmanager George Howard in einem geposteten Video des Naturparks erklärt, wissen die Alligatoren vielmehr instinktiv, wann das Wasser im Sumpf gefriert. Genau im richtigen Moment würden sie dann ihr Maul aus dem Wasser stecken und sich in dieser Pose einfrieren lassen. Anschließend verfallen die Alligatoren in einen Zustand der Winterruhe, in dem sie bei deutlich reduziertem Stoffwechsel Energie sparen, ohne dass ihre Körpertemperatur stärker sinkt. "Sie hängen einfach im Wasser rum", so Howard.

Mississippi-Alligatoren sind die härtesten

Dieser "coole" Überlebenstrick steht im Übrigen nicht allen Krokodilen zur Verfügung. Einzig der im Südosten der USA heimische Mississippi-Alligator aus der Gattung der Echten Alligatoren ist in der Lage, sich bei extremer Kälte vorübergehend im Eis einfrieren zu lassen und so bis zu zwei oder gar drei Monate zu überleben. Weniger harte Winter verbringen Mississippi-Alligatoren - wie auch die im Südosten Chinas heimischen artverwandten China-Alligatoren - eingegraben im Uferschlamm oder im tiefen Wasser. Da sie jedoch regelmäßig zum Luftholen an die Oberfläche müssen, greifen die Tiere bei anstehender Vereisung auf den oben beschriebenen "Trick" zurück: Während das Gewässer zufriert, stecken sie instinktiv ihren Kopf heraus. So können sie weiter atmen, während ihr Körper im vier Grad "warmen" Wasser unter dem Eis vor sich hin döst.

Eisfrosch macht Namen alle Ehre

Waldfrosch oder Eisfrosch (Rana sylvatica), Alttier auf Moos, Michigan, USA
Ein echter Überlebenskünstler: der in Nordamerika lebende Eisfrosch. Bildrechte: IMAGO

Ein noch viel "coolerer" Überlebensexperte als der Mississippi-Alligator ist allerdings der weiter nördlich lebende Waldfrosch, auch Eisfrosch genannt. Ihm ist es sogar problemlos möglich, mehrmals innerhalb eines Winters über Wochen physisch einzufrieren und wieder aufzutauen. Bis zu zwei Drittel seiner Körperflüssigkeit gefrieren dabei zu richtigem Eis. Atem, Herzschlag, Energiestoffwechsel und andere eigentlich lebensnotwendige Prozesse setzen dabei zum Teil vollständig aus. Damit seine Körperzellen bei der Tortur keinen Schaden nehmen, produziert der Eisfrosch ein körpereigenes Frostschutzmittel aus Glukose sowie zusätzlichen Harnstoff in den Zellen.

Überlebenskünstler aus Alaska

Mindestens fünf Grad Minus direkter Umgebungstemperatur stecken Eisfrösche auf die Art und Weise weg. Laut einer Studie der Miami University aus dem Jahr 2013 ist die Kälteresistenz der Tiere abhängig von ihrer Herkunftsregion noch steigerbar. Besonders hart gesottene Eisfrösche aus Alaska überleben sogar Temperaturen von sage und schreibe 16 Grad Minus. Im Frühjahr tauen auch sie problemlos wieder auf und gehen zur Tagesordnung über. "Cool!"

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Radio | 07. Januar 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018, 09:29 Uhr