Eine Sternschnuppe ist an einem klaren Nachthimmel rechts neben der Milchstraße zu sehen
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Meiste Meteore im Jahr Geminiden: Bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde

In den Nächten Anfang Dezember regnet es Sternschnuppen: Aus dem Sternbild Zwilling kommen die Geminiden – der stärkste Meteorstrom des Jahres. Doch etwas ist hier anders als bei anderen Sternschnuppen.

von Kristin Kielon

Eine Sternschnuppe ist an einem klaren Nachthimmel rechts neben der Milchstraße zu sehen
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Jedes Jahr Mitte Dezember ist es soweit: Dann ist der Sternschnuppen-Schauer der Geminiden am Nachthimmel zu sehen. Diese Sternschnuppen sind besonders gut mit bloßem Auge zu erkennen. Und es gibt noch einen Vorteil für alle Sterngucker, erklärt Astrophysikerin Carolin Liefke. "Das praktische ist, man kann sie die ganze Nacht hindurch sehen und insbesondere eben auch am frühen Abend."

Für die Astronomen sind die Geminiden allerdings ein kleines Rätsel. Denn dieser Sternschnuppen-Schauer unterscheidet sich von anderen, sagt Carolin Liefke vom Haus der Astronomie der Max-Planck-Gesellschaft. "Sternschnuppen werden ja normalerweise verursacht eben von Staubteilchen, die unsere Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne einsammelt und wenn wir besonders viele Sternschnuppen haben, dann durchläuft die Erde – ja solche Staubwolken, die meistens von Kometen stammen."

Diese Kometen bestehen aus Eis, Staub und Gestein – und sie ziehen einen Schweif hinter sich her. Die Geminiden entstammen auch einer Staubwolke, die um die Sonne kreist. Aber deren Ursprung ist kein Komet, sondern offenbar ein Asteroid namens Phaeton. Asteroiden sind im Prinzip einfach große Gesteinsbrocken, die um die Sonne kreisen. Und Phaeton zieht auf seiner eineinhalb Jahre dauernden Reise um die Sonne eine gewaltige Dreckspur hinter sich her.

Phaeton ist ein mysteriöser Asteroid

"Gerade dieser Asteroid, der ist so ein bisschen mysteriös. Die Astronomen glauben, dass der früher mal so eine Art Komet gewesen ist, also auch einen Schweif gehabt hat, dass dieser Schweif aber sozusagen erloschen ist und dass dann nur noch ein Gesteinsbrocken übrig geblieben ist", sagt Liefke.

Messungen aus dem Jahr 2013 legen außerdem nahe, dass ein Ereignis wie zum Beispiel das Auseinanderbrechen von Phaeton der Ursprung der Geminiden sein könnte. Dazu passt, dass der Sternschnuppen-Schauer erst Mitte des 19. Jahrhunderts plötzlich auftrat, seitdem aber jedes Jahr am Himmel zu sehen ist.

Aber wie wird aus einem Kometen aus Eis, Partikeln und Gestein ein Asteroid? Dafür sorgt die Sonne, erklärt Astrophysikerin Liefke. "Kometen sind in erster Linie schmutzige Schneebälle beziehungsweise eine Ansammlung von viel Eis, aber eben auch Staub und wenn alles Eis in Sonnennähe halt wegverdampft wurde, dann bleibt halt nur noch der Gesteinskern übrig sozusagen und dann hat man einen Asteroiden.“

Und dieser Asteroiden-Staub taucht mit einer relativ geringen Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein und deshalb sind die Geminiden besonders deutlich zu sehen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 04. November 2017 | 10:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2017, 12:13 Uhr