Astrophysik Erneut mögliche Signale von Neutronensternen

Wer suchet, der findet: Forscher vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik haben möglicherweise ein weiteres Signal der Kollision von zwei Neutronensternen gefunden. Dazu haben Sie mit einer neuen Methode die öffentlich verfügbaren Archivdaten des Gravitationswellendetektors LIGO durchsucht. Sicher ist die Entdeckung allerdings nicht.

Es war eine Riesen-Sensation, als ein internationale Forscherteam im Herbst 2017 vermeldete: Wir haben den Todestanz zweier Neutronensterne beobachtet.

Forscher vom Albert-Einstein-Institut Hannover des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik haben nun offenbar eine ähnliche Beobachtung gemacht. Dafür haben haben sie eine neue Methode für die Suche nach Verschmelzungen von Neutronensternpaaren entwickelt. Das Ziel war, besonders schwache Signale solcher kosmischen Ereignisse aufspüren zu können. Denn die könnten leicht übersehen werden, wenn man nur eine Art von Signalen auswertet, schreiben die Forscher.

Gravitationswellen
Gravitationswellen von zwei Neutronensternen Bildrechte: R. Hurt/Caltech-JPL

Deshalb hat das Team die Beobachtung von Gravitationswellen und Gammastrahlen miteinander kombiniert. Damit erhöhten sich die Chancen, solche Ereignisse in Datensätzen zu finden, um bis zu 70 Prozent.

Diese neue Suchmethode testeten sie mit öffentlich verfügbaren Archivdaten des ersten Beobachtungslaufs vom Gravitationswellen-Observatorium LIGO und Archivdaten des NASA-Weltraumteleskops Fermi. Und dabei sind sie möglicherweise direkt fündig geworden: Die Max-Planck-Forscher haben einen Kandidaten für eine Neutronensternverschmeldzung gefunden. Seine Himmelsposition sei konsistent mit beiden Beobachtungen.

Dieser Kandidat ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 4 echt. Falls das der Falls ist, wäre es die am weitesten entfernte Verschmelzung von Neutronensternen, die mit Gravitations- und elektromagnetischen Wellen beobachtet wurde.

Dr. Alex Nitz, Albert-Einstein-Institut

Bei der ersten Messung einer solchen Sternenkollision war der Abstand zur Erde 130 Millionen Lichtjahre. Bei der jetzt ausgewerteten Messung ist das Signal mindestens 330 Millionen Lichtjahre aber vielleicht sogar 1 Milliarde Lichtjahre entfernt.

Die Untersuchungen der Forscher sind bereits veröffentlicht allerdings noch nicht begutachtet worden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 20. Januar 2019 | 22:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2019, 16:43 Uhr