Artenvielfalt Besondere Ehrung für halleschen Professor: Schmetterlinge nach ihm benannt

Der hallesche Biodiversitätsforscher Josef Settele hat schon viele Ehrungen bekommen. Doch diese hier dürfte eine ganz besondere für ihn sein. Denn Schmetterlinge sind sein Leben. Und jetzt gibt es eine ganze Gattung, die nach ihm benannt wurde, sodass gleich vier neu entdeckte Arten künftig so heißen wie er.

Prof. Josef Settele
Prof. Josef Settele sagt: Die Hälfte der Schmetterlinge weltweit ist noch unbekannt. Bildrechte: UFZ / Björn Kray Iversen

Wenn es um Schmetterlinge geht, dann ist der Experte vom Umweltforschungszentrum Halle immer zur Stelle. Prof. Josef Settele ist Schmetterlings-verliebt. Sein Forschungsgebiet: Insektenkunde. Seine Spezialität: Lepidopterologie – die Schmetterlingskunde. Er leitet das Tagfalter-Monitoring in Deutschland, das einzige deutschlandweite Langzeitmonitoring für Insekten. Er selbst hat bereits mehrere Bücher über Schmetterlinge geschrieben. Und auch sein aktuelles, "Die Triple-Krise", hat einen Falter auf dem Titel. Und jetzt gibt es auch eine Schmetterlingsgattung, die seinen Namen trägt: Setteleia. Die bisher unbekannte Gattung besteht aus vier Nachtfalterarten, die zu den Flechtenbären gehören und auf den Philippinen vorkommen. 

Die Taxonomen Anton V. Volynkin und Karel Černý haben die vier Falter in einem jetzt erschienenen Beitrag für die Fachzeitschrift Zoological Studies erstmals beschrieben und damit als Art definiert. Und wer eine Art entdeckt, darf ihr einen Namen geben. "Die Gattung ist nach Josef Settele benannt, weil er bei der Organisation der Forschungsarbeiten auf den Philippinen sehr geholfen hat und sich auf politischer Ebene stark für den Schutz der Schmetterlinge und der Biodiversität auf den Philippinen sowie weltweit engagiert", begründeten die Autoren ihre Entscheidung, die Gattung nach dem UFZ-Forscher zu benennen. Setteleia witti, Setteleia carota, Setteleia lourensi und Setteleia bakunawa heißen die neuen Schmetterlingsarten.

Settele hat selbst auf den Philippinen geforscht. Davon berichtete er auch im Gespräch mit MDR WISSEN im Rahmen der Leipziger Buchmesse. Dabei begegnete er Ende der 1980er-Jahre auch Karel Černý und half ihm beim Aufbau der Forschungsinfrastruktur für den Fang von Nachtfaltern in den bergigen und schwer zugänglichen Regionen des tropischen Regenwalds. "Dass eine Schmetterlingsgattung nach mir benannt wurde, berührt mich sehr und ist für mich zugleich eine Reise in meine Vergangenheit", sagt Prof. Josef Settele laut einer Mitteilung des UFZ zu der Geste seiner Kollegen.

Schmetterlinge
Setteleia witti, Setteleia carota, Setteleia lourensi und Setteleia bakunawa heißen die neuen Schmetterlingsarten Bildrechte: UFZ/ Zoological Studies

Die Setteleia-Arten haben sogar Verwandte bei uns. Dazu gehört in unseren Breiten das Rosen-Flechtenbärchen (Miltochrista miniata). Die seltene Art ist ockerfarben bis orange und lebt in Mitteleuropa in Misch-, Bruch- und Moorwäldern.

Studie als pdf

Die Veröffentlichung von Anton V. Volynkin, Karel Černý (2021): Setteleia, a New Genus for Four New Species from the Philippines (Insecta: Lepidoptera: Erebidae: Arctiinae), in Zoological Studies können Sie hier als pdf im Original lesen.

gp

Große Insektenaugen, Nahaufnhame einer Libelle 45 min
Bildrechte: Matthias Vorndran
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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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