Erderwärmung 2017 war ein Jahr der Wetterextreme

Hurrikans, Hitzewellen und Überschwemmungen: 2017 war ein Jahr der Wetterextreme. Aller Wahrscheinlichkeit nach war es eines der heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung - und das, obwohl es kühler war als 2016.

Das Zeugnis, das die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) dem Jahr 2017 ausstellt, könnte schlechter nicht sein. Die Treibhausgas-Konzentration ist weiter angestiegen, genauso wie der Meeresspiegel. Die Temperatur der Ozeane erreichte Rekordausmaße, ganz im Gegensatz zum Polareis, das auf beiden Polseiten nur noch unterdurchschnittlich ausgeprägt ist.

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist 2017 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880, in dem kein Wetterphänomen El Niño vorkam. Schon jetzt ist klar: Die Jahre seit 2013 waren die heißesten fünf Jahre, die bisher gemessen wurden.

Über ein Grad wärmer als vor Industrialisierung

Die aktuelle Schätzung der WMO, die zu Beginn der Klimakonferenz in Bonn veröffentlicht wurde, hält sich auch sonst mit guten Neuigkeiten zurück. Das laufende Jahr war zwar etwas kälter als 2016, dafür gab es dieses Jahr kein Wetterphänomen El Niño, das für eine kurzzeitige Erwärmung verantwortlich gemacht werden könnte. Der Zeitraum zwischen Januar und September 2017 war der WMO zufolge um 1,1°C wärmer als in der Zeit vor der Industrialisierung. Der Bericht bündelt die Daten zahlreicher UN-Organisationen. Erwähnt werden auch ungewöhnlich viele extreme Wetterphänomene wie über 50°C in Asien, rekordartige Hurrikans in der Karibik und dem Atlantik, riesige Monsun-Fluten und verheerende Dürren in Ostfrika.

Viele dieser Ereignisse - detaillierte Studien werden zeigen wie viele genau - tragen das enthüllende Zeichen des Klimawandels, ausgelöst durch vom Menschen verursachte, erhöhte Treibhausgas-Konzentrationen.

Petteri Taalas | WMO-Generalsekretär

Wetterphänomene gefährden Lebensgrundlagen

Am deutlichsten ablesen lasse sich der Klimawandel an den Ozeanen, so die WMO. Der Meeresspiegel stieg 2017 zwar nur leicht an, die Temperatur der Meere ist allerdings ebenfalls unter den Top 3 der Aufzeichnungen. Vor allem in Entwicklungsländern richte das extreme Wetter erheblichen Schaden an und gefährde so die Lebensgrundlage vieler Menschen. Während in Ostafrika Dürren für Hungersnöte sorgten, erlebten andere Regionen wie Argentinien Kälterekorde von -25°C. Mit über 1.300 war es für die USA eines der Jahre mit der höchsten Anzahl an Tornados seit 2011.

Diese Ergebnisse unterstreichen die steigenden Risiken für Menschen, Volkswirtschaften und die Grundlagen des Lebens auf der Erde insgesamt, wenn wir es nicht schaffen, die Ziele und Bestrebungen des Pariser Abkommens zu verwirklichen.

Patricia Espinosa | Generalsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL: im Radio | 06.11.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2017, 16:44 Uhr