Invasive Arten Hornissen mit Peilsender

Sie fressen vor allem Honigbienen und andere Blütenbestäuber und ihre Nester hängen hoch oben im Baumwipfel: asiatische Hornissen. Forscher haben eine Methode gefunden, die Nester der hochinvasiven Insektenart aufzuspüren.

Mit Peilsendern ist es Forschern in Südwestfrankreich und auf Jersey gelungen, Nester der asiatischen Hornisse aufzuspüren. Dazu wurden einzelne Exemplare gefangen, die auf Nahrungssuche an Bienenstöcke oder Blüten waren. Ihnen wurden mit Nähgarn Mini-Funksender auf der Oberseite angebracht. Mit einem Ortungsgerät konnten die Forscher verfolgen, wo die Insekten hinflogen und so deren Nester entdecken. Dabei legten die Insekten Strecken zwischen 45 und 1.331 Metern zurück, zwischen dem Ort, wo ihnen die Peilsender angebracht wurden und ihrem Nest, das sie danach ansteuerten. Nach Forscherangaben ist diese neue Methode der Hornissen-Lokalisierung viel effektiver als die bisherige, rein visuelle Suche nach den gut versteckten Nestern in Baumwipfeln, in fünf bis zehn Metern Höhe. Die Kosten taxieren die Forscher auf etwa 2.300 Euro und etwa 160 Pfund pro Peilsender, wie sie im Fachmagazin nature.com schreiben. Den Zeitaufwand, um ein Nest zu finden, schätzen die Forscher auf zwei bis drei Stunden.

Was macht die asiatische Hornisse so gefährlich?

Die asiatische Hornisse gilt als im europäischen Ökosystem als hochinvasiv. Die Insekten jagen Honigbienen, Wespen und andere einheimische Blütenbestäuber und könnten so langfristig zu einer Bedrohung für die Bestäubung in der Landwirtschaft führen. Erste Exemplare waren 2005 in Südwest-Frankreich gesichtet worden, bevor sie später auch in anderen Regionen Europas - Nordspanien, Portugal, Italien, Mallorca und auf den Jersey Inseln. In Deutschland wurden Hornissen dieser Art erstmals 2014 in Karlsruhe gemeldet.

Wie unterscheiden sich asiatische und europäische Hornisse?

Im Gegensatz zur europäischen Hornisse ernährt sich die invasive Art hauptsächlich von Honigbienen und Bestäubern, während die europäischen Hornissen-Arbeiterinnen sich hauptsächlich von "Süßem" aus Baumsäften, Nektar, Fallobst und Honigtau ernähren. Die Nester der europäischen Hornissen beherbergen 400 - 700, die asiatischen Hornissen-Völker 1.000 bis 2.000 Exemplare. "Entscheidend ist die Zerstörung der Nester im Baum frühzeitig in der Saison, um die Verbreitung der Hornissen vorzubeugen, da später im Jahr hunderte neue Königinnen entstehen und sich von jedem Nest aus verteilen, jede mit dem Potenzial, neue Nester zu gründen", erklärte Co-Autorin Juliet Osborne von der britischen Universität Exeter.

Wie unterscheiden sich europäische rund asiatische Hornisse?

Hornissen im Vergleich

Asiatische Hornisse
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Asiatische Hornisse
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Europäische Hornisse
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Links die asiatische Hornisse mit ihrem schwarzgelben Gesicht und schwarzem Hinterleib mit gelber Spitze. Rechts die europäische Hornisse mit rötlicher Färbung in Kopf, Beinen und Flügeln und gelben "V"auf dem Hinterleib.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | LexiTV | 13. April 2018 | 15:00 Uhr

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