Neue Studie der MLU Halle/S. Trotz Parasiten: Hummeln lieben die Stadt

Hummeln bestäuben Pflanzen in der Stadt häufiger als auf dem Land. Das ist das Ergebnis einer Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg/MLU. Dafür haben die Forscher extra gezüchtete Hummeln in um Halle ausgesetzt und beobachtet.

Zwei Hummeln auf einer Alant-Blüte, in einem Garten in der Altmark
Bildrechte: MDR/Gerald Perschke

Die Forscher wollten wissen, welchen Einfluss der Mensch – durch Besiedelung oder Landwirtschaft – auf die Insekten hat. Dazu züchteten sie in einem Gewächshaus in Bad Lauchstädt spezielle Hummeln. Die wurden dann an neun verschiedenen Orten in Halle und dem Umland ausgesetzt.

So bekamen sie heraus, dass die in der Stadt ausgesetzten Tiere stärker von Parasiten befallen wurden. Trotzdem arbeiteten sie effektiver und bestäubten mehr Pflanzen. Das liegt vor allem daran, dass es in der Stadt eine stärkere Blütenvielfalt gibt, so die Forscher. "Die Studie zeigt sehr anschaulich, wie schlecht die Bedingungen für Wildbienen und die von ihnen bestäubten Pflanzen in modernen landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind", sagt der Biologe Prof. Dr. Robert Paxton von der MLU, in dessen Arbeitsgruppe die Studie geleitet wurde.

Eine Entwicklung, an die sich Wildbienen bisher nicht anpassen konnten, so die Forscher. Der Parasitenbefall macht den Hummeln dagegen viel weniger zu schaffen. Trotzdem sind sie effektive Bestäuber. Das „liegt wohl unter anderem daran, dass das Parasiten-Bestäuber-Pflanzen-System sich über Jahrmillionen aneinander anpassen konnte“, sagt Dr. Oliver Schweiger vom UFZ.

Die Studie ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) entstanden. Die Ergebnisse wurden soeben im internationalen Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.