Umweltkrimi Forscher ermitteln: Es wird wieder verbotenes FCKW produziert

Das FCKW Trichlorfluormethan ist eigentlich verboten. Jetzt aber sind US-Forscher einem Krimi auf der Spur: Messwerte und eine Simulation zeigen, der klimaschädliche Stoff wird wieder hergestellt und ausgestoßen.

Symbolbild Klimaverschmutzung.
Eine Quelle für FCKW sind Sprühdose. Forscher stellen anahabnd von Messerwerten fest: Es wird illegal FCKW produziert und ausgestoßen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Es ist ein großer Umweltkrimi, dem amerikanische Forscher gerade auf der Spur sind: Welches Land oder welche Firma bläst heimlich Flourchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in die Luft, entgegen dem geltenden internationalen Verbot? Eine Gruppe um Stephen Montzka von der National Oceanic and Atmospheric Administration in Boulder (Colorado, USA) hat entdeckt, dass es wahrscheinlich eine neue Quelle gibt für Trichlorfluormethan, das zu den FCKW gehört, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "nature". Für diese Gruppe von Stoffen gilt seit 2010 ein internationales Produktionsverbot.

FCKW wurde früher häufig in Spraydosen oder Kühlschränken verwendet. In den 1970er Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass FCKW die Ozonschicht beschädigte, die die Erdatmosphäre vor ultravioletter Strahlung der Sonne schützt. Ohne das Ozon hoch über ihnen bekommen Menschen beispielsweise viel rascher Sonnenbrände oder sogar Hautkrebs. Als 1985 ein riesiges Ozonloch über dem Südpol entdeckt wurde, einigte sich die internationale Staatengemeinschaft, FCKW deutlich zu reduzieren.

Die Maßnahmen zeigten auch Erfolg, das Ozonloch schließt sich langsam. Wie langsam, das belegen die Zahlen, die die NASA ständig veröffentlicht. Der Abbau alter FCKW dauert Jahrzehnte, zudem werden durch die Verschrottung alter Kühlschränke immer mal wieder neue FCKW in die Atmosphäre gebracht. Die Forscher um Stephen Montzka stellten jetzt allerdings fest, dass das Trichlorfluormethan seit 2012 deutlich langsamer aus der Luft verschwindet, als berechnet. Zudem unterscheidet sich die Konzentration des Stoffs plötzlich zunehmend zwischen Nord- und Südhalbkugel. Auch bei zwei weiteren FCKW, bei Chlordifluormethan und Dichlormethan, zeigen die Messverwerte verdächtige Parallelen.

Mit Hilfe von Simulationen haben die Wissenschaftler berechnet, dass Trichlorfluormethan entgegen des geltenden Verbots wahrscheinlich in Ostasien wieder hergestellt und ausgestoßen wird. Die Menge schätzen sie auf etwa 13.000 Tonnen pro Jahr.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Februar 2018 | 05:10 Uhr