Atacama-Wüste unter blauem Himmel.
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Steine im Weltall Gab es früher häufiger Meteoriteneinschläge?

Wie oft schlagen eigentlich Meteoriten auf der Erde auf? Tun sie das heute häufiger oder seltener als vor tausenden von Jahren? Die Antwort darauf liegt in der Atacama-Wüste in Chile und ist ziemlich eindeutig.

Atacama-Wüste unter blauem Himmel.
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Wie oft schlagen eigentlich Meteoriten auf der Erde auf? Und tun sie das heute häufiger als früher oder gab es Zeiten, in denen viel weniger oder mehr Gesteinsbrocken aus dem All auf der Erde landeten als heute? Das wollten Forscher der französischen Universität in Marseille erforschen, machten dabei aber einen verblüffenden Neben-Fund: Nirgends gibt es mehr Meteoriten-Trümmer als in der Atacama-Wüste von Chile. Und einige davon sind älter als alle anderen Trümmer, die man jemals zuvor gefunden hat: Einzelne stammen aus Einschlägen von vor mehr als Millionen Jahren.

Meteorit neben Werkzeug in der Atacama-Wüste
Bildrechte: Jérôme Gattacceca (CEREGE)

Bisherige Trümmerfunde sind beim Altersvergleich mit denen aus der Atacama-Wüste regelrechte Küken: Die bislang ältesten Funde wurden entweder in der Antarktis oder anderen, heißen Wüsten gemacht: "Von diesen Fundorten stammen 64 und 30 Prozent aller Meteoritenreste, die bisher untersucht wurden. Und die waren kaum älter als eine halbe Million Jahre", sagt Studienautor Alexis Drouards von der Aix-Marseille Universität im Fachmagazin "Geology".

Junge Meteoriten - junge Fundorte

Wie hängt das Alter der Fundorte und das der Meteoriten zusammen? Ganz einfach: Zum einen zersetzen sich die galaktischen Trümmer im Laufe der Zeit durch Umwelteinflüsse, wenn sie beispielsweise vom Wind abgetragen werden. Die Antarktis etwa gilt als der windstärkste Ort des ganzen Planeten: Bei Forschungen wurden Windgeschwindigkeiten bis 327 km/h gemessen. Zum anderen sind diese Fundorte selbst auch noch vergleichsweise jung - vor allem, wenn man sie mit der Atacama-Wüste in Südamerika vergleicht, die mindestens als zehn Millionen Jahre ist.

Meteorit
Einer der Funde aus der Atacamawüste, mit dunkler Kruste Bildrechte: Jérôme Gattacceca (CEREGE)

Sie birgt die weltweit größte Sammlung von Meteoriten und macht die Region zu einer Art Sternschnuppen-Schatzkammer: Das französische Forschungsteam fand 388 Meteoriten, von denen die meisten 710.000 Jahre alt sind. 30 Prozent ihrer Funde stammten von Einschlägen, die älter waren als eine Million Jahre, zwei Trümmerbrocken sogar zwei Millionen Jahre.

"Eigentlich hatten wir noch viel mehr 'junge' Trümmer erwartet, da man davon ausgeht, dass sich die älteren im Laufe der Zeit zersetzt haben. Aber die Altersverteilung der untersuchten Funde in der Atacama-Wüste belegt perfekt, dass der Meteoritenfluss, der die Erde trifft, mengenmäßig über zwei Millionen Jahre konstant ist."

Alexis Drouard

Das Forschungsteam will jetzt versuchen herauszufinden, wie lange die Meteoriten von ihrem Ursprungskörper bis zu ihrem Einschlag in der Atacama-Wüste im All unterwegs waren.

Meteorit in der Atacama-Wüste
Bildrechte: Jérôme Gattacceca (CEREGE)

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2019, 13:11 Uhr