Start eines Wettersatelliten
Am 7. November (MEZ) erfolgreich mit einer Sojus ins All gestartet: Der Wettersatellit MetOp-C. Bildrechte: ESA

Satellitenstart MetOp-C: Bessere Wettervorhersage aus dem All

Er sagt uns, ob wir Jacke oder Regenschirm brauchen und wir richten unsere Planungen nach ihm: Ohne den Wetterbericht kommen wir heute kaum noch aus. Und auch wenn der manchmal geflunkert scheint – tatsächlich ist er deutlich besser geworden. Dafür haben die europäischen Wettersatelliten MetOp gesorgt. In der Nacht zum 7. November 2018 ist nun der dritte und letzte Satellit der Serie an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ins All gestartet.

von Kristin Kielon

Start eines Wettersatelliten
Am 7. November (MEZ) erfolgreich mit einer Sojus ins All gestartet: Der Wettersatellit MetOp-C. Bildrechte: ESA

Wenn der Satellit MetOp-C seine polare Umlaufbahn in mehr als 800 Kilometern Höhe erreicht hat, ist das Trio komplett. Und das, obwohl es eigentlich nie eins sein sollte: Denn eigentlich sollten die drei Satelliten sich gegenseitig ablösen, sagt Stéfane Carlier – der MetOp-Projektmanager bei der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA:

Die Lebensdauer betrug fünf Jahre. MetOp-A ist 2006 gestartet und funktioniert nach zwölf Jahren immer noch.

Stéfane Carlier, Projektmanager ESA

Und zwar so gut, dass die Wettersatelliten in Kombination sogar mehr Daten liefern konnten, als einst geplant, sagt der leitende Wissenschaftler von der Europäischen Wettersatelliten-Organisation Eumetsat, Dieter Klaes. Denn statt drei Satelliten hintereinander gibt es jetzt "drei Jahre drei Satelliten im Weltall von der gleichen Bauart.“

Ein geplanter Zufall also, der es den Forschern ermöglicht, die Daten von 14 Erdumrundungen pro Satellit täglich auszuwerten. Und die sollen vor allem die Wettervorhersage präziser machen. Denn je mehr Daten die Satelliten sammeln, desto präziser werden die computergestützten Wettermodelle, die die Grundlage für den Wetterbericht sind, so Klaes.

Die Eingangsdaten für die Modelle sind zu 90 Prozent von Satelliten, weil die Satelliten halt die schöne Eigenschaft haben, dass sie eben die gesamte Erdoberfläche beobachten können.

Dr. Dieter Klaes, Projektwissenschaftler

Die beiden Satelliten MetOp-A und –B hätten die Fehler bei der Vorhersage aller Beobachtungen bereits um knapp 27 Prozent reduziert. Mit MetOp-C könnten es noch einmal ein Drittel weniger Fehler sein, schätzt Klaes. Immerhin liefert jedes Messinstrument zwei Mal am Tag ein komplettes globales Bild – und das in dreifacher Ausführung, erklärt ESA-Projektmanager Carlier:

Wettersatellit MetOP-C
In 800 Kilometer Höhe wird MetOp-C die Erde umkreisen. Bildrechte: ESA

Die Mission soll Daten für computergestützte Wettervorhersage-Modelle liefern – im Wesentlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Höhenlagen in der Troposphäre sowie einige Hinweise auf Windrichtung und Windgeschwindigkeit.

Stéfane Carlier, Projektmanager ESA

Außerdem liefern die neun Messinstrumente an Bord Daten zur Luftqualität oder dem Ozongehalt sowie Informationen zu den Eigenschaften von Wolken oder Partikel-Anreicherungen in der Atmosphäre.

Das heißt, es ist auch nicht nur ein Beitrag für die numerische Wettervorhersage, sondern auch für die Umweltüberwachung und Klimatologie auch.

Dr. Dieter Klaes, Projektwissenschaftler

Denn Klimatologen benötigen genau solche großen Datenreihen über lange Zeiträume. Damit die kontinuierlich weiter gesammelt werden können, arbeitet Eumetsat bereits an den Nachfolgern der MetOp-Satelliten. Diese zweite Generation soll dann voraussichtlich im Jahr 2022 ins All starten.

         

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 07. November 2018 | 10:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 12:45 Uhr