Biodiversität Arten-Pisa: Kennen Sie noch die Natur?

Bei Kindern wird regelmäßig untersucht, ob sie wissen und können, was ihre Altergenossen anderswo können. Wie sieht's eigentlich bei den Erwachsenen aus, können wir noch zwischen Baum und Borke unterscheiden, oder zwischen Hummel, Wespe, Spatz und Zeisig? Eine Online-Studie testet das.

Zwei Hummeln auf einer Alant-Blüte, in einem Garten in der Altmark
Bildrechte: MDR/Gerald Perschke

Autsch, dieser "Pisa"-Test könnte weh tun: Wie steht es um Ihr Wissen rund um die Natur - können Sie eine Ackerhummel von einer Erdhummel unterscheiden, ein Tagpfauenauge von einem Fuchsschwanz, oder fragen sie sich bei jedem Falter: Ist das eine Motte oder ein Schmetterling?

In einer Online-Umfrage wird genau das untersucht: Naturschutzbund NABU, Hochschule Geisenheim, Uni München und naturgucker.de fühlen unserem Naturwissen auf den Zahn. Ein kurzer, knapper Onlinetest, den man anonym machen kann, vom 30. August bis zum 08. September. Wer will, kann sich sein persönliches Ergebnis an eine Email-Adresse schicken lassen. Eine erste Auswertung wird es im November geben.

Was wird bei dem Arten-Test erfragt?

Man muss beispielsweise herausfinden, ob es sich bei zwei Hummeln um zwei Exemplare derselben oder um verschiedene Arten handelt:

Hummel: Gleich oder verschieden?

Ackerhummel
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Ackerhummel
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Steinhummel auf Löffel
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Schmettterling: Gleich oder verschieden?

Aurorafalter
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Aurorafalter
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Aurorafalter
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Warum wird das eigentlich untersucht?

Das Phänomen der Entfremdung von der Natur hat die Wissenschaft schon länger auf dem Schirm, in der Botanik wird es als Pflanzenblindheit beschrieben. Seit 1997 gibt es den "Jugendreport Natur“, bei dem Kenntnisse von Kindern und Jugendlichen zu verschiedenen Aspekten der Natur erfragt werden.

Die Naturblindheit greift weiter um sich

Am Beispiel der Frage: "In welcher Himmelsrichtung geht die Sonne auf" zeigt sich die fortschreitende Naturentfremdung deutlich: Wussten 2010 noch 59 Prozent die richtige Antwort, waren es 2016 nur noch 35 Prozent.

Ähnliches zeigen die Ergebnisse bei der Frage nach der Waldnutzung: 86 Prozent meinen, man solle im Wald nur kranke Bäume fällen und 79 Prozent sagen, der Wald sollte regelmäßig gepflegt werden. Hier spiegelt sich das Bild der gezähmten, weil gepflegten, kontrollierten Natur wieder. Wenig bekannt waren den Kindern essbare Waldfrüchte, gerade mal 12 Prozent der Befragten kannten drei Früchte korrekt, 24 Prozent konnten nicht eine einzige benennen. Unter den falschen Antworten fanden sich stattdessen exotische Früchte wie Kokosnuss, Mango, Banane und Zitrone. Hier finden Sie die aktuellen Studienergebnisse von 2016.

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Europaweit tragen 20.000 Gärten die „Natur im Garten“ Plakette. Sie steht für Gärten, in denen auf Pestizide, Kunstdünger und Torf verzichtet wird. Stattdessen wird hier die Artenvielfalt bei Tier und Pflanzen gefördert.

MDR FERNSEHEN So 11.08.2019 08:30Uhr 04:11 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/natur-im-garten-100.html

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