Artenschutz in Neuseeland Bay of Islands: Schwimmen mit Delfinen verboten

Neuseelands Naturschutzbehörde hat das Schwimmen mit Delfinen in der Bay of Islands verboten. Der Grund: Artenschutz. Die Zahl der Tiere hatte sich dort in den letzten Jahren dramatisch verringert.

Delfine
Tümmler in der Bay of Islands. Bildrechte: imago/Bluegreen Pictures

Erst Tierschutz, dann Tourismus. Delfintouren sind in Neuseeland ein wichtiger Zweig der Tourismusbranche. "Das Schwimmen mit wilden Delfinen ist für viele Neuseelandbesucher eine der schönsten Erfahrungen ihres Lebens", heißt es z.B. auf der deutschsprachingen Seite des Landes. Ein Ort ist jetzt allerdings nicht mehr im Angebot: Die Bay of Islands. In dem beliebten Revier ganz oben auf der Nordinsel Neuseelands ist es künftig verboten, mit Delfinen zu schwimmen oder zu tauchen. Das teilte die Naturschutzbehörde mit, berichtet unter anderem die Zeitung The Guardian.

Aus Sorge um die Delfine wurden auch Bootsfahrten zur Beobachtung verkürzt und dürfen nur noch am Nachmittag stattfinden und maximal 20 Minuten dauern, damit die Tiere dazwischen genug Ruhephasen von den Menschen erhalten. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Zahl der Tümmler in der Bay of Islands sich in den vergangen 30 Jahren um 90 Prozent verringert hat, von damals 270 auf heute 31 Tiere.

Was hat das mit den Touristen zu tun?

Heute soll nur noch eine Kerngruppe von 19 Tümmlern die Bucht besuchen. Die Sterblichkeit bei den Kälbern soll 75 Prozent betragen. Weder in Neuseeland, noch international oder in Gefangenschaft wurde bisher eine so hohe Sterblichkeitsrate registriert.

Touristen beobachten Delfine vom Boot aus.
Schwimmen verboten und Besuche per Boot nur noch Nachmittags und max. 20 Minuten. Bildrechte: imago/Bluegreen Pictures

Diese Zahl hatten Forscher der Massey University (Palmerston North/New Zealand) 2016 in einer Studie veröffentlicht. Und sie hatten bereits damals vermutet, dass das auch auf den Einfluss des Menschen zurückgeht. Denn die Bootsfahrten ändern das Verhalten der Tiere. Statt Ausruhen und Futtersuche verbrachten die Tümmler zu viel Zeit beim Spielen in der Nähe der Ausflugsschiffe. Der Studie zufolge waren die Delfine im Durchschnitt 86 Prozent der Tageslichtstunden in Gegenwart von mindestens einem Schiff. Die Forscher empfahlen deshalb neben Aufklärung und Information eine Einschränkung der Interaktion mit den Tieren. Diese Empfehlung wurde jetzt umgesetzt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Brisant | 15. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2019, 16:20 Uhr