Zwei Feuerwehrmänner vor einem brennenden Feld
Feuerwehrmänner stehen in einem brennenden Feld bei Eisleben: Inwzsichen gilt für Sachsen-Anhalt nahezu die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Wetterextreme Omega-Hoch: Warum der Sommer trocken bleibt

Deutschland erlebt eine extreme Trockenheit. Was Badegäste freut, ist für Land- und Forstwirte katastrophal. Überall steigt die Gefahr von Feld- und Waldbränden. Und die Meteorologen können noch kein Ende der Dürre absehen.

Zwei Feuerwehrmänner vor einem brennenden Feld
Feuerwehrmänner stehen in einem brennenden Feld bei Eisleben: Inwzsichen gilt für Sachsen-Anhalt nahezu die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Seit über einer Woche spannt sich ein nahezu wolkenfreier blauer Himmel über Deutschland. Was Ferienkinder, Urlauber und Badegäste freut, hat für Land- und Forstwirte und Natur katastrophale Auswirkungen: Die anhaltende Trockenheit führt zu Ernteausfällen, sowie Feld- und Waldbränden. Und es sieht nicht danach aus, dass sich daran in den kommenden Wochen etwas ändert: Über Deutschland hat sich eine sogenannte Omega-Wetterlage eingestellt, sagt Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst.

Das Hoch über uns hat in etwa die Form des griechischen Buchstaben Omega. Und diese Wetterlage ist sehr stabil.

Florian Engelmann, DWD
Der Satellitenfilm zeigt die Wetterlage in Europa. Deutschland ist nahezu wolkenfrei.
Bildrechte: Meteogroup

Auf Satellitenbildern kann man derzeit gut die beiden Tiefdruckgebiete erkennen, die das Hochdruckgebiet über Deutschland stützen, eines befindet sich über der französischen Atlantikküste, das andere über Osteuropa. Beider drehen sich zwar, bewegen sich aber kaum. "In Tiefdruckgebieten steigt die Luft auf, deswegen bilden sich dort Wolken. Wir sind genau zwischen diesen Tiefs, wo die Luft wieder absinkt. Dort gibt es so gut wie keine Niederschläge", sagt Engelmann.

Laut Bauernregel hält das Wetter vom sogenannten Siebenschläfertag, dem 27. Juni, sieben Wochen lang an. Meteorologische Untersuchungen belegen, dass das Phänomen in leicht veränderter Form tatsächlich existiert. Stellt sich um den ersten Juli herum eine neue Wetterlage ein, kann sie sehr lange anhalten. "Und danach sieht es gerade aus: Im Juni kam warme und feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum zu uns, was zu Schwüle und örtlich starken Gewittern geführt hat. Das hat sich verändert, jetzt ist es nicht mehr übermäßig heiß, aber sehr trocken", sagt Engelmann.

Regen könnte also auch in den kommenden Wochen völlig ausbleiben. Damit drohen weitere gefährliche Folgen: Für Sachsen-Anhalt gilt inzwischen fast im gesamten Bundesland die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Auch Sachsen hat für den Landkreis Nordsachsen diese höchste Warnstufe ausgesprochen. Ansonsten gilt fast überall Stufe 2 oder Stufe 4. Ähnlich sieht es auch in Thüringen aus.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juli 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2018, 12:31 Uhr