Ein Anglerfisch der Spezies "Caulophrynidae jordani"
Bildrechte: Rebikoff-Niggeler Stiftung

Fächerflossen-Seeteufel Spektakuläres "Science"-Video: Forscher filmen erstmals Anglerfisch

Deutsche Tiefseeentdecker haben nahe der Azoren-Inselgruppe erstmals ein Anglerfisch-Paar gefilmt. Das vom Magazin "Science" veröffentlichte Video elektrisiert Meeresbiologen weltweit, denn bislang gibt es kaum Aufnahmen lebender Exemplare.

Ein Anglerfisch der Spezies "Caulophrynidae jordani"
Bildrechte: Rebikoff-Niggeler Stiftung

Eine spektakuläre Videoaufnahme elektrisiert Biologen weltweit: Die deutschen Tiefseeentdecker Kirsten und Joachim Jakobsen haben erstmals einen Anglerfisch der Familie "Caulophrynidae jordani" gefilmt. Mit ihrem Tauchboot LULA1000 gingen sie südlich der Azoreninsel São Jorge auf rund 800 Meter Tiefe und fanden dort das Weibchen der Art, das wegen ihres bizarren Erscheinungsbilds auch den Namen Fächerflossen-Seeteufel trägt.

Veröffentlicht wurde das Video im Fachmagazin "Science". Es ist nicht nur das Zeugnis von einer Spezies, von der bislang nur wenige Exemplare bekannt wurden, die für naturhistorische Sammlungen konserviert wurden. Es ist auch das erste Mal, dass es Tierforschern gelungen ist, ein Weibchen mit einem angewachsenen Männchen im natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Das Sexualleben der Tiefsee-Anglerfische

Die Tiefsee-Anglerfische haben ein eigenartiges Sexualleben: Oft sind die Weibchen rund zehn Mal so groß, wie die Männchen. Findet ein solches Männchen eine Partnerin, verbeißt es sich zunächst in ihren Bauch und wächst dort dann dauerhaft fest. Die Frau ernährt ihren Mann über ihr Blut. Hat der aber die Eier befruchtet und wird die Nahrung knapp, wird das Männchen durchaus auch Mal von dem Weibchen verspeist.

Faszinierender Hotspot der Tiefsee

Antje Boetius, Direktorin des deutschen Alfred-Wegener-Instituts für Polar und Meeresforschung, lobte die Arbeit der Rebikoff-Stiftung, die das Entdeckerpaar Jakobsen unterstützt: "Die Tiefsee rund um die Azoren, auf die sich die Arbeit der Rebikoff-Stiftung konzentriert, ist ein Hotspot marinen Lebens und eine der größten Meeresschutzzonen überhaupt. Wir benötigen unbedingt mehr Beobachtungen aus dem Seegebiet der Azoren und dem Mittelatlantischen Rücken, zumal diese Gebiete nun auch für den Bergbau in der Tiefsee in Betracht gezogen werden."

Einen ersten Tiefsee-Anglerfisch entdeckte übrigens die Valdivia-Expedition von 1898 bis 1899. Die Reise war damals von Leipzig aus geplant worden. Bis heute sind Präparate im Leipziger Naturkundemuseum zu sehen.

(ens)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Die Reise der Valdivia | 17. Dezember 2017 | 22:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 14:41 Uhr