TU Freiberg Trinkwasser: Stauseemonitoring in Echtzeit

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben wir viele Stauseen, die uns als Trinkwasserspeicher dienen. Eine Erfindung aus Sachsen könnte die Erhebung aktueller Wasserdaten künftig deutlich vereinfachen: Ein autonomer Schwimmroboter fischt mit speziellen Sensoren "persönliche" Daten von Stauseen ab und schickt sie direkt an eine Auswertungsstation.

Talsperre Lichtenberg bei Mulde und Frauenstein
Von 1966 bis 1975 wurde an der Talsperre Lichtenberg bei Freiberg gebaut. Der Stausee dient der Hochwasserentlastung, liefert aber auch Trinkwasser. Bildrechte: imago/Hanke

Eine spannende Geschichte, an der Forscher der TU Freiberg tüfteln: Ein autonomer Schwimmroboter, der Daten über die Wasserqualität von Talsperren, Staubecken und frisch gefluteten Tagebaurestseen erfasst.

Zwei Männer hocken neben einem Spezialroboter und arbeiten an ihm.
So wirbt die TU Freiberg für ihr Wassermonitoring-Projekt. Bildrechte: Detlev Müller / TU Bergakademie Freiberg

Hinter der Idee steckt das Projekt RoBiMo, kurz für "Robotergestütztes Binnengewässer-Monitoring". Die Idee: eine Komplettlösung für die Zustandserfassung von Binnengewässern, und zwar für ein regelmäßiges, automatisiertes Verfahren, dessen Daten sofort nutzbar sind. Teil der Lösung ist der ebenfalls an der TU entwickelte Wasserroboter "Elisabeth". Das Wasserfahrzeug wird zur Wasseranalyse mit speziellen Sensoren ausgestattet, die Gewässer-Daten "abfischen", also beispielsweise den aktuellen ph-Wert, Phosphat- und Quecksilbergehalt, Gas- und Feststoffanteile. Außerdem soll ein Sonar die Gewässer vom Boden bis zur Wasserdecke scannen.

Noch während Roboter "Elisabeth" durchs Wasser fährt, werden die von den Sensoren eingeholten Daten an eine Basisstation am Ufer geschickt. Dort werden sie mit Hilfe einer KI aufbereitet. So lassen sich Rückschlüsse auf den Binnengewässerzustand, die Grundwasserzuflüsse und die CO2-Speicherfunktion von Seen ziehen, sagt Professorin Dr. Yvonne Joseph, Projekt-Koordinatorin von RoBiMO.

Woher wissen wir jetzt eigentlich, wie es unseren Gewässern geht?

In Sachsen zum Beispiel veröffentlicht das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie regelmäßig Berichte mit den "aktuellen" Daten über den Zustand der Gewässer. Wetterlagen, Pegelstände, Speichermenge werden darin aufgeführt, aber auch auch Sauerstoffgehalt des Gewässers, Ammonium-Stickstoff, Nitrat-Stickstoff und sogenannte abfiltrierbare Stoffe. Allerdings spiegeln diese Zahlen den Gewässer-Zustand immer nur rückwirkend - der letzte Monatsbericht, der Ende Januar zur Verfügung steht, ist der von November 2019, den man hier nachlesen kann. Egal, ob in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen - es sind eine Menge Wasserflächen, die überwacht werden müssen - allein Sachsen hat 84 Talsperren, Speicher, Stauseen und Rückhaltebecken.

Quelle: TU Freiberg / lfw

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