Erholungsstudie Europas Gewässer bringen Erholung – und 800 Milliarden Euro

Eine intakte Natur, am besten vor der eigenen Haustür, ist wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Auch die Wirtschaft profitiert davon. Denn Europäerinnen und Europäer geben jährlich über 800 Milliarden Euro für die Erholung an Küsten und Gewässern aus.

Familie bei Sonnenuntergang am Strand
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Es ist nach Angaben der Forschenden die erste Studie, die den Wert der Erholung an Flüssen, Seen und Küsten in Europa berechnet hat. Dazu haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Jahr 2018 unter Leitung der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin 10.000 Menschen in 14 EU-Ländern befragt. Ergebnis: Pro Person und Jahr gibt es 47 Besuche an verschiedensten Gewässern, pro Besuch errechneten die Forschenden Durchschnittsausgaben von 48 Euro. "Innerhalb der EU beläuft sich der Erholungswert auf über 800 Milliarden Euro pro Jahr. Dies zeigt den enormen Stellenwert von Gewässern für Erholung und Gesundheit", sagt Dr. Tobias Börger in einer Mitteilung der HWR. Börger, der als Professor für Volkswirtschaftslehre an der HWR tätig ist, leitete die Studie, die zusammen mit der University of Exeter Medical School und der University of Stirling (beide Großbritannien) durchgeführt wurde.

Deutschland ganz vorn und Qualität entscheidet

Offenbar lieben vor allem wir Deutsche die Erholung am Wasser. Das zeigt sich in dem Wert, den die Forschenden errechnet haben, rund 96 Euro pro Person und Besuch sind das bei uns. Ganz unten auf der Liste stehen Finnland und Irland, mit nur knapp 27 Euro pro Kopf und Besuchstag am Wasser.

Gleichzeitig könnte die Studie auch eine Entscheidungshilfe sein, wenn es um Investitionen für eine intakte Natur und Landschaft geht. Denn eine Verschlechterung der Qualität in Binnen- und Küstengewässern würde die Länder der Europäischen Gemeinschaft mehr als 100 Milliarden Euro an entgangenem Erholungswert kosten. "Unsere empirische Untersuchung hat ergeben, dass die Beschaffenheit der Wasserqualität für die Menschen bei der Entscheidung über die Nutzung von Gewässern als Erholungsorte sehr wohl von Bedeutung ist", so Studien-Co-Autor Prof. Danny Campbell von der Universität Stirling.

Link zur Studie

Die von der EU finanzierte Studie zum Forschungsprojekt unter dem Titel "Blue Health" ist unter dem Titel "The value of blue-space recreation and perceived water quality across Europe: A contingent behaviour study" in "Science of the Total Environment" erschienen.

(gp)

1 Kommentar

part vor 29 Wochen

Diese Erholung war vor über 30 Jahren noch für 20 Pfennig Eintritt zu haben, man durfte noch das Fahrrad mitnehmen zum Strand und es stank nicht nach abgestorbenen Wasserpflanzen und umgekippten Baggersee. Ein Bademeister war vor Ort, es war alles sauber und gepflegt. Keine Wasserskianlage trübte das Erholungserlebnis und auch kein Kommerz, der heute Menschen nach ihrem Geldbeutel unterscheidet. Heute dagegen immer mehr Einschränkungen, das Gemeinschaftseigentum ist verpachtet, der Verpächter schert sich nicht darum wie die Erholung gewährleistet wird, mit Mondpreisen beim Eintritt. So wie in Erfurt.