Astronomie trifft Raumfahrt Sehr seltene Kombination: Venus, Plejaden und ISS

Heute Abend heißt es Sternegucken - wenn die Wolken mitspielen: Unsere nächste innere Nachbarin, die Venus, wird im Siebengestirn der Plejaden zu sehen sein. Und ein weiterer himmlischer Begleiter, diesmal aber menschgemacht, wird gleich darunter vorbeifliegen: die Internationale Raumstation ISS.

Die Venus zusammen mit den Plejaden
Anders als hier, wird die Venus am 3. April 2020 mitten in den Plejaden stehen. Bildrechte: David Cortner / NASA

Am 3. April wird die Sonne um 19.48 Uhr untergehen und allmählich die Nacht einläuten. Die Venus wird an diesem Tag weit oberhalb der Sonne stehen und sie auf ihrem Weg zum Horizont begleiten. Gut zu erkennen geben wird sie sich jedoch erst bei Dunkelheit. Kurz vor 21 Uhr wird sie exakt über dem Westhimmel stehen. Der Mond, als zunehmende Beinah-Kugel, wird währenddessen am Südfirmament thronen.

Die heutige Aufmerksamkeit verdient jedoch nicht der Erdtrabant. Die Venus, deren Licht je nach Bahnposition nur wenige Minuten zu uns braucht, wird an diesem Abend von sieben Schwestern begleitet. Sie wird den ganzen Abend über im Sternbild der Plejaden stehen. Auch wenn dieses helle Sternenbild in unserer Milchstraße zuhause ist, sein Licht benötigt 40 Jahre zu uns. Wir blicken somit in die Vergangenheit. Die 14 Minuten Zeitverzögerung auf maximal 260 Millionen Kilometern zwischen uns und der Venus sind dagegen ein Klacks.

Vorbeiflug der Internationalen Raumstation

Die ISS, fotografiert beim Rundumflug der Space-Shuttle-Mission STS-119 im Jahr 2009
Die ISS, fotografiert beim Rundumflug der Space-Shuttle-Mission STS-119 im Jahr 2009. Bildrechte: NASA

Doch neben dem Planeten und den Sternen wird sich auch ein künstliches Objekt am Himmel befinden. Die Internationale Raumstation wird gegen 21 Uhr am westlichen Horizont erscheinen. Dabei wird sie leicht in nördlicher Richtung versetzt auftauchen. Um 21.01 Uhr wird sie genau zwischen dem Horizont und der Venus sowie den Plejaden stehen. Kurz darauf, um 21.09 Uhr wird sie am südsüdöstlichem Horizont wieder untergehen. Während ihres kurzen Aufenthalts wird sie einen niedrigen Boden fliegen.

Wetterprognose

Die Plejaden werden zusammen mit der Venus noch ein wenig länger am Himmel zu beobachten sein. Erst nach Mitternacht werden sie gemeinsam am südwestlichen Horizont verschwinden. Das Wetter lässt heute Abend leider zu Wünschen übrig. Es wird bewölkt sein über Mitteldeutschland. Aber zwischen 20 und 22 Uhr könnten die Wolken zum Beispiel in Leipzig hin und wieder die Sicht frei machen. In Halle (Saale) wird es ähnlich sein. Jedoch wird es hier vermutlich zwischen 21 und 22 Uhr keinen freien Himmel geben. Magdeburg dürfte dagegen mit einer dicken Wolkendecke rechnen. Ähnliches gilt für Erfurt und Jena. In Dresden und Chemnitz dagegen darf man ab 21 Uhr auf gelegentlichen freien Himmel hoffen. Die besten Chancen auf eine gute Sicht wird es demnach wohl in und um Sachsen herum geben. Um die Venus in die Plejaden gut zu erkennen, empfiehlt sich ein Fernglas oder Teleskop.

(PK)

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