Laacher See
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Eifel Vulkanausbruch in Deutschland denkbar

Die Eifel ist Mitteleuropas jüngste Vulkanregion und ihre Vulkantätigkeit ist keinesfalls komplett erloschen: Nicht nur Blasen an der Oberfläche des Laacher Sees weisen darauf hin, sondern auch viele unterirdische Beben.

Laacher See
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Bahnt sich in der Eifel ein Vulkanausbruch an? Jedenfalls muss die Gefahrenlage neu bewertet werden, sagt Torsten Dahm vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Seit 2013 wurden eine ganze Reihe von Beben in zehn bis 45 Kilometer Tiefe registriert, die zwischen 40 Sekunden und acht Minuten dauerten. Sie weisen darauf hin, dass Magma aus dem oberen Erdmantel in die Erdkruste aufsteigen könnte. Unklar ist, ob und in welcher Stärke, Tiefe und Frequenz es diese Beben auch schon davor gab: Erst seit etwa zehn Jahren ermöglicht ein entsprechendes Messnetz die Registrierung solcher Beben. Sollte es vorher auch schon unterirdisch gebebt haben, konnte es auch noch keine Station registrieren. Für Menschen sind diese Beben nicht spürbar.

Ein See, der brodelt

austretendes Kohlendioxid, sogenannte Mofetten, am Laacher See
Gasblasen weisen auf den Vulkan im Untergrund hin Bildrechte: imago/imagebroker

Dass es unter dem Laacher See in der Osteifel brodelt, ist lange bekannt. Unter dem See ruht ein Vulkan. Am Ostufer des Sees ist das an aufsteigenden Gasblasen zu beobachten, den so genannten "Mofetten". Die Gase seigen auch über dem Waldboden der Umgebung auf, nur sieht man sie da nicht. Der letzte Vulkanausbruch unter dem Laacher See ist 13.000 Jahre her, erloschen ist der Vulkan aber nicht.

Die Forscher raten zu einem kontinuierlichen Monitoring der Bebenaktivitäten in der Eifel. Ein Vulkan-Überwachungssystem gibt es in Deutschland bislang nicht. Neben der Forderung, die Vulkanaktivität stärker zu beobachten raten die Geophysiker dazu, die aufsteigenden Gase intensiver zu überwachsen und untersuchen.    

Rechnen in Jahrtausendschritten

Die Vulkanregion mit ihren 450 kleinen und großen Vulkanen ist das größte Vulkangebiet in Mitteleuropa. Die Forscher beschreiben sie generell als "langzeitschlafend" – die jüngst registrierten Beben weisen tatsächlich auf einen Vulkanausbruch hin. Allerdings rechnen die Geophysiker in Tausendjahresschritten. Beim letzten Mal hatten sich die Magmakammern im Laufe von 30.000 Jahren gefüllt, bevor es schließlich zum Auswurf von sechs Kubikkilometer Material kam – also sechs Würfel mit der Kantenlänge von einem Kilometer und einer gewaltigen Sprengkraft. Bis in Südschweden und Norditalien konnten Ascheablagerungen aus der Eifel nachgewiesen werden.

Tiefe Erdbeben weisen auf Aufstieg magmatischer Fluide unter dem Laacher See hin
DLF-Beben ist die Abkürzung für Deep-Low-Frequency Beben, also Beben, die in Erdkruste und Erdmantel stattfinden. Ihre Schwingfrequenz ist niedriger als bei tektonischen Erdbeben vergleichbarer Stärke. Bildrechte: KIT /Hensch et al.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juli 2018 | 07:49 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2019, 12:49 Uhr

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