Ein leuchtender Nachthimmel.
Bildrechte: NASA/Dave Hughes

Himmelsphänomen Warum leuchten die Wolken nachts?

Ein leuchtender Nachthimmel.
Bildrechte: NASA/Dave Hughes

Mai bis August, das ist die Zeit der leuchtenden Nachtwolken, bei den Meteorologen auch NLC benannt, vom englischen noctilucent clouds. Vergangene Nacht erstrahlten sie über dem Erzgebirge. Aber was sind das für Wolken?

Mit Schönwetterwolken haben sie nichts zu tun

Wenn wir über Wolken reden, dann meinen wir meist die, aus denen Regen (Nimbostratus) und Gewitter (Cumulonimbus) kommen, oder vielleicht die Cumulus humilis, die Schönwetterwolken. Für ein Lichtspekatkel in der Nacht sind sie nicht geeignet. Dafür fehlen ihnen entscheidende Voraussetzungen. Mit meist unter 10 Kilometer Höhe sind sie viel zu niedrig. Um es weithin glitzern und funkeln zu lassen, brauchen wir große Höhe, wenig Wasser, dünne Atmosphäre und richtig frostige Temperaturen.

Das alles finden wir in der Mesopause der Erdatmosphäre. Das ist die Grenzschicht zwischen der Mesosphäre (zwischen 50 und 80 Kilometer) und der Thermosphäre (bis 500 Kilometer). Und während es bei uns im Sommer warm ist, gibt es in dieser Schicht von Mai bis August sehr tiefe Temperaturen. Bis zu minus 120 Grad sind nötig, damit das wenige Wasser, das in dieser Höhe vorhanden ist, zu Eiskristallen gefriert. Die leuchten aber nicht von selbst. Sie werden von der gerade auf- oder untergegangenen Sonne angestrahlt und reflektieren dieses Licht. Das ist wie bei der ISS, die wir zu ähnlichen Zeiten sehen können, weil sei ebenfalls die Sonne reflektiert.

Die Augen immer der Sonne hinterher

Wer die leuchtenden Nachtwolken sehen will, muss ab Mai bis spätestens August abends nach Sonnenunter- oder morgens vor Sonnenaufgang nach Nordwest (abends) oder Nordost (morgens) schauen. In etwa zwischen 10 und 12 Uhr abends oder halb drei bis halb fünf am Morgen sind die Chancen am größten, das Phänomen zu erleben.

Atlas der WMO Erstaunliche Wolken

Kennen Sie sich mit Wolken aus? Die WMO (World Meteorological Organization) veröffentlicht regelmäßig einen Wolkenatlas. Schauen Sie mal.

Diese Zirren bestehen aus Eiskristallen, die sich aufgrund der Sonnenerwärmung verändern und zu flockigen Wolken aufbauen. Die Wolkenströmung zieht die Gebilde auseinander.
Diese Zirren bestehen aus Eiskristallen, die sich aufgrund der Sonnenerwärmung verändern und zu flockigen Wolken aufbauen. Die Wolkenströmung zieht die Gebilde auseinander. Bildrechte: © George Anderson / WMO
Diese Zirren bestehen aus Eiskristallen, die sich aufgrund der Sonnenerwärmung verändern und zu flockigen Wolken aufbauen. Die Wolkenströmung zieht die Gebilde auseinander.
Diese Zirren bestehen aus Eiskristallen, die sich aufgrund der Sonnenerwärmung verändern und zu flockigen Wolken aufbauen. Die Wolkenströmung zieht die Gebilde auseinander. Bildrechte: © George Anderson / WMO
Diese gebrochene Wolkenstruktur hat sich durch die Interaktion eines Flugzeuges mit den Wolken ergeben. Das Durchbrechen der Wolkendecke durch ein Flugzeug hat die Wassertropfen stark abgekühlt, sodass sie als Eiskristalle hinabgefallen sind.
Diese gebrochene Wolkenstruktur hat sich durch die Interaktion eines Flugzeuges mit den Wolken ergeben. Das Durchbrechen der Wolkendecke durch ein Flugzeug hat die Wassertropfen stark abgekühlt, sodass sie als Eiskristalle hinabgefallen sind. Bildrechte: © Bobby Boytot / WMO
Blacks Harbour, New Brunswick, Canada Diese Wolkenbildung entstand in Kanada bei großen Temperaturunterschieden zwischen der kalten Luft und dem warmen Wasser. Die Luft war -16° kalt und das Wasser 8° warm. Durch Verdunstung entstanden die Mini-Kumulus-Wolken, die eigentlich nichts anderes als Nebel sind.
Blacks Harbour, New Brunswick, Canada
Diese Wolkenbildung entstand in Kanada bei großen Temperaturunterschieden zwischen der kalten Luft und dem warmen Wasser. Die Luft war -16° kalt und das Wasser 8° warm. Durch Verdunstung entstanden die Mini-Kumulus-Wolken, die eigentlich nichts anderes als Nebel sind.
Bildrechte: © Eric Van Lochem / WMO
Lima NV, Sweden Die illuminierten Woken befinden sich in der Stratosphäre und sind üblicherweise um die -85°C kalt.
Lima NV, Sweden
Die leuchtenden Nachtwolken. Über 50 Kilometer hoch entstehen sie im Sommer bei großer Kälte.
Bildrechte: © Albert de Nijs / WMO
Das Wellenförmige Muster entsteht an der Unterseite von Asperitas-Wolken
Das Wellenförmige Muster entsteht an der Unterseite von Asperitas-Wolken Bildrechte: Joanne Kelly/WMO
Altocumulus lenticularis duplicatus
Altocumulus lenticularis duplicatus Bildrechte: Gréta S. Guðjónsdóttir/WMO
Altocumulus lenticularis duplicatus
Altocumulus lenticularis duplicatus Bildrechte: Gréta S. Guðjónsdóttir/WMO
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14. Juni 2019 | 05:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 10:37 Uhr