Hör mal was da brummt NABU ruft auf zu Teil 2 der großen Insektenzählung

Insekten sind nicht so spektakulär wie Wölfe, Raubvögel oder Wild, doch als Bestäuber oder Aasfresser für unsere Natur viel wichtiger. Der NABU bittet daher um Mithilfe: Welche Art ist wo wie häufig?

Schwalbenschwanz (Papilio machaon), 1. und 2. Generation im Morgenlicht an einer Flockenblume sitzend, Deutschland, Rheinland-Pfalz
Schwalbenschwänze können jetzt im August gut beobachtet werden. Bildrechte: IMAGO

Jahrzehntelang hielt man sie für allgegenwärtig, zahllos zahlreich und daher glaubte niemand, dass sie aussterben könnten. Dann zählten Forscher über 27 Jahre immer wieder ganz genau nach und stellten zum großen Entsetzen fest: Es gibt heute über 75 Prozent weniger Insekten als noch vor 30 Jahren, das große Insektensterben ist also in vollem Gang.

Doch weil die Insektenwelt so vielfältig ist und sich aufgrund der kurzen Lebensdauern einzelner Individuen so schnell immer wieder verändert, wissen Forscher immer noch sehr wenig darüber, wann eigentlich welche Insektenart wo genau in welcher Häufigkeit vorkommt.

Da könnten Sie jetzt ins Spiel kommen, Sie als interessierte Bürgerin oder interessierter Bürger, wenn Sie einen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft leisten möchten. Der Naturschutzbund NABU ruft zum zweiten Mal in diesem Jahr zur großen Insektenzählung auf. Vom 3. bis zum 12. August kann jeder, der möchte, mitzählen.

Ort aussuchen und eine Stunde lang zählen

Suchen Sie sich einfach einen schönen Platz aus – egal ob im Garten, an der Straße, im Wald oder am See – und zählen Sie alle Insekten, die Sie in einem Radius von 10 Metern um sich herum entdecken können. Schauen Sie auch unter Büsche, zwischen den Grashalmen oder in ihre Blumentöpfe.

Zählen Sie pro Art die maximale Anzahl von Tieren, die Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt innerhalb der Stunde gleichzeitig sehen können. Also: Wie viel Wespen kann ich jetzt in diesem Moment maximal gleichzeitig sehen. Notieren Sie diese Zahl, so vermeiden sie, eventuell dasselbe Tier aus Versehen zwei Mal zu zählen.

Es kommt nicht auf die genaue Zahl an

Mit der Aktion will der NABU für die Ökologie-Forschung ein möglichst genaues Bild von Insektenlebensräumen in der Stadt oder auf dem Land gewinnen. Es geht dabei nicht um die exakte Anzahl individueller Tiere denn mehr um einen Eindruck vom großen Gesamtbild: Wie wohl fühlt sich welche Art eigentlich an verschiedenen Orten?

Nach dem Zeitraum 1. bis 10. Juni ist die nun am Freitag beginnende Phase bereits der zweite Durchgang des Insektensommers in diesem Jahr. Das ist nötig, weil verschiedene Arten zu unterschiedlichen Zeiten vorkommen – im Juni waren es unter anderem Tagpfauenaugen und Steinhummeln. Jetzt im August erwarten die Biologen eher Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, und Ackerhummel.

Beim Erkennen und Zählen hilft übrigens eine App, alle weiteren Infos gibt es beim NABU.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 31. Mai 2018 | 09:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2018, 15:22 Uhr