Gute Zeiten, schlechte Zeiten 2018 ist ein Zecken-Jahr

2018 ist ein "gutes Zeckenjahr", jedenfalls aus Sicht von Zecken und Biologen. Das hätten wir alle seit 2016 wissen können, denn Zeckenaufkommen lassen sich vorhersagen. Und was haben Eicheln und Mäuse damit zu tun?

von Liane Watzel

Vollgesogene Zecke an einer Maus
Bildrechte: IMAGO

2018 wird ein "gutes Zeckenjahr" - jedenfalls aus Sicht von Professor Martin Pfeffer vom Institut für Tierhygiene und öffentliches Veterinärwesen in Leipzig. Aber wie schafft er es, so eine Vorhersage zu treffen? Die Lösung ist ganz einfach. Wenn man die Zecke bzw. die geschätzt 20 Zeckenarten in Deutschland in ihrem natürlichen Lebenskreislauf betrachtet, den gemäßigten Breiten.

Zecken in großen Zusammenhängen betrachten

Die Forscher beginnen, wenn Zecken noch ganz klein sind. Aus dem Ei, das auf dem Boden abgelegt wurde, schlüpft die Larve und sucht sich praktisch sofort ihre erste Blutmahlzeit. Im Fall der Zecke sind das Nagetiere im Wald, erklärt Martin Pfeffer. Nach dem Saugen lässt sie sich abfallen, häutet sich zur Nymphe und sucht sich wieder einen leckeren Wirt. Bevor sie sich dann aber zur adulten, also erwachsenen, Zecke häuten, treten die meisten Zecken-Nymphen klimabedingt in ein Ruhestadium ein, das bis ins nächste Frühjahr reicht – sie "überwintern" also.

Damit es in einem Jahr viele Zecken gibt, braucht es deshalb vor allem für die Larven also im Vorjahr viele Wirte, zum Beispiel Mäuse. Und wann gibt es viele Mäuse? Da schaut man noch ein Jahr weiter zurück - wenn das Nahrungsangebot in der Natur reichlich war, sodass viele Kleinstnager im Wald satt wurden und sich fortpflanzen konnten. Konkret also, wenn die Ausbeute an Eicheln und Bucheckern in einem Jahr sehr reichlich war.

Zeckenjahr 2018

Im Klartext sagen die Forscher: Im Jahr 2016 gab es viel Futter für Mäuse, deswegen konnten diese sich gut vermehren. Damit hatten dann 2017 auch viele Zecken-Larven Nahrung. Und das bedeutet in der Konsequenz, dass sich 2018 wohl viele zu erwachsenen Zecken entwickeln, die dann Mensch und Tier plagen werden.

Wer also in die Zecken-Zukunft, zum Beispiel in das Jahr 2020, schauen will, beobachtet einfach in diesem Herbst, ob es viele oder wenige Eicheln und Bucheckern im Wald gibt.

Eine Feld-Waldmaus springt mit Eichel im Maul
Viele Eicheln - viele Mäuse - viele Zecken. Bildrechte: IMAGO

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN Hauptsache Gesund | 24. Mai 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2018, 10:07 Uhr

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