Jogger mit Kinderwagen
Bildrechte: Colourbox.de

Von Männern und Mäusen Sportliche Väter zeugen gesündere Kinder

Laufen, Radeln, Schwimmen: Egal was, Hauptsache Mann bewegt sich im Monat vor der Zeugung, auch wenn er sonst Sport und Bewegung eher meidet. So können potentielle Väter noch vor der Geburt wichtige Weichen für die spätere Gesundheit ihrer Kinder stellen.

Jogger mit Kinderwagen
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Rauchen schadet dem Ungeborenen, Alkohol ebenso, die Ernährungsgewohnheiten der Mutter und ihr Lebenswandel - neben den Genen wirkt sich all das später auf das Leben eines Kindes auf. Eine Studie an der Universität Ohio widmet sich nun der Bedeutung des "vorväterlichen" Verhaltens für die Kindsgesundheit. Dazu schauten die Forscher speziell auf den Monat vor der Zeugung. Denn der, so zeigt es die Studie, kann von großer Bedeutung sein.

Drei Frauen arbeiten in einem Labor
Kristin Stanford (Mitte hinten) und ihr Team Bildrechte: Ohio State University/Wexner Medical Center

Wer nämlich als Mann im Monat vor der Kindszeugung Sport treibt, legt für die Gesundheit des Nachwuchses einen enorm wichtigen Baustein. Diese Schlussfolgerung zieht die Zellbiologin Kristin Stanford, die mit ihrem Team an der Ohio State University eine Studie über den Einfluss des männlichen Gesundheitszustandes auf den ihrer Nachkommen erstellt hat. In der Auswertung ihrer Studie erklärt sie das so: "Selbst wenn es nur der Monat vor der Zeugung eines Kindes ist, in dem ein Mann Sport betreibt, kann er massiv die Gesundheit seines Nachwuchses beeinfussen."

Wie hat man das herausgefunden?

Für die Studie wurden Gruppen männlicher Mäuse verschieden ernährt, die einen normal, die anderen "gemästet". Der Gesundheitsvergleich der Nachkommen war zunächst wenig überraschend: Die Kinder der normal ernährten Mäuseriche zeigten bessere Stoffwechselwerte als die Artgenossen der gemästeten Vergleichsgruppe. Mussten sich die über das Normalmaß ernährten Mäuse aber mehr bewegen, wirkte sich das auf ihre RNA aus - und die Folgen ihrer verordneten schädlichen Lebensweise wurden dadurch für die Nachkommen wettgemacht. Ergebnis: Die Nachkommen von trainierten Mäusen hatten einen besseren Stoffwechsel, selbst im Erwachsenenalter.

Wie genau es zu diesen genetischen Änderungen kommt, wollen die Forscher aus Ohio nun weiter erforschen. Sie glauben aber schon jetzt, dass die Forschungen Potential für Menschen haben. Denn ein besserer Stoffwechsel bedeutet nicht nur weniger Übergewicht, sondern bei erwachsenen Männern auch höhere Fruchbarkeit durch mehr und beweglichere Spermien. Daher die Empfehlung: Erst Training, dann Zeugung.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP | 27. März 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2018, 17:06 Uhr

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