zwei Affen
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Forschung in Südafrika Affen-Streit: Die Weibchen sind schuld

Männchen die sich raufen, werden von den Weibchen belohnt. Das haben Schweizer Wissenschaftler bei Studien an Grünen Meerkatzen in Südafrika herausgefunden. Und sie glauben auch zu wissen, warum das passiert: Es geht um Fellpflege, Nahrung – und Sex.

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Das "Mawama Game Reservat“ liegt im Norden Südafrikas, an der Grenze zu Botswana. Seit langem untersuchen hier Verhaltensforscher und Biologen der Universität Neuchâtel das Leben der grünen Meerkatzen. Und dabei haben sie gerade in den vergangenen zwei Jahren erstaunliche Entdeckungen gemacht. Denn sie fanden heraus: Affenweibchen stacheln Männchen zu aggressivem Verhalten an, indem sie sie besonders belohnen. Den rauflustigen Mitgliedern ihrer Gruppe widmen sie besonders viel Aufmerksamkeit, während sie die friedlicheren Männchen demonstrativ ignorieren. Die Ergebnisse haben die Forscher heute im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.

Wer nicht kämpft wird abgewiesen

Das beobachtete Verhalten der Affenweibchen "scheint ein sozialer Anreiz zu sein, der die Teilnahme der Männchen in Kämpfen zwischen Gruppen antreibt", schreiben die Studienautoren um Jean Marie Arseneau-Robar. Tapfere Männchen könnten mit offener weiblicher Aufmerksamkeit rechnen - etwa bei der Fellpflege. Männchen, die nicht kämpften, würden von den Weibchen hingegen oft aggressiv abgewiesen. Das wiederum führt dazu, dass sich verschmähte Männchen in späteren Kämpfen besonders stark anstrengen, so die Wissenschaftler.

Wer kämpft ist besonders wertvoll

Für die Männchen gebe es also einen Anreiz zum Kämpfen, der nach Vermutung der Forscher letztlich sexuell bedingt ist. Die gestiegene Aufmerksamkeit seitens der Weibchen lasse einen kampfbereiten Affen als "besonders wertvollen Partner" erscheinen, was letztlich dessen Paarungserfolg erhöhen dürfte. Demonstrativ von den Weibchen verschmäht zu werden, lasse hingegen den Status in der Gruppe sinken.

Auch für das Verhalten der Weibchen haben die Forscher eine Erklärung: Bei den häufigen Kämpfen zwischen Grünmeerkatzengruppen gehe es in der Regel um Nahrung. Dies sei für die Weibchen, denen die Pflege des Nachwuchses obliege, von besonderem Interesse.

Die Beobachtungen zeigten nach Einschätzung der Studienautoren eine heikle Balance, die bei vielen Gruppenwesen - zu denen auch der Mensch zählt - vorkomme: Auf der einen Seite steht die Beteiligung an Kampf, Jagd oder Verteidigung, die gefährlich sein kann; auf der anderen Seite steht die Versuchung, sich zurückzuhalten und vom Einsatz anderer zu profitieren, was aber zu sozialer Zurückweisung führen kann.

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 11:16 Uhr