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Lange Staus und stockender Verkehr in Berlin-Mitte. Dadurch kann sich langfristig das Risiko für Suizide erhöhen, wie eine Schweizer Studie ergeben hat. Bildrechte: IMAGO / Dirk Sattler

UmweltVerkehrslärm erhöht das Risiko für Suizid

12. April 2023, 08:40 Uhr

Der Lärm, der durch Autos, LKW, Busse und andere Verkehrsteilnehmer entsteht, wirkt sich in vielerlei Hinsicht negativ auf Körper und Psyche der Menschen aus. Forschende aus der Schweiz haben nun nachgewiesen, dass dadurch auch die Zahl der Selbstmorde steigen kann. Konkret ermittelten sie bei einer Erhöhung des durchschnittlichen Straßenverkehrslärms am Wohnort um zehn Dezibel einen Anstieg des Suizidrisikos um vier Prozent.

Dazu analysierten die Experten des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts die Daten von 5,1 Millionen Erwachsenen in der "Swiss National Cohort" aus den Jahren 2001 bis 2015. Auch ein Zusammenhang mit Bahnlärm konnte beobachtet werden, allerdings weniger stark ausgeprägt. Die Beobachtungen blieben auch bestehen, wenn man andere Faktoren wie Luftverschmutzung, Begrünungsgrad im unmittelbaren Wohnumfeld und verschiedene sozio-ökonomische Daten herausrechnete.

"Wir haben Suizide als Indikator für psychische Störungen verwendet, da wir in der Schweiz keine zuverlässigen Daten über psychische Diagnosen wie Depressionen oder Angstzustände haben", erklärt der Studienautor Benedikt Wicki. "Lärm steigert die psychische Belastung und trägt zur Entstehung psychischer Erkrankungen bei bzw. verschlimmert bestehende Leiden." Die Studie unterstreiche, wie wichtig es sei, die gesundheitlichen Auswirkungen von Verkehrslärm, Luftverschmutzung und Grünflächen in der Stadtplanung und der öffentlichen Gesundheitspolitik zu berücksichtigen, so die Autoren.

Link zur Studie: Suicide and Transportation Noise: A Prospective Cohort Study from Switzerland

MDR WISSEN News

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