Studie 3D-Videospiele gut gegen Demenz?

Pssst ... wenn das Kinder lesen! Einer kanadischen Studie zufolge könnten 3-D-Videospiele Senioren dabei helfen, Demenzkrankheiten wie Alzheimer vorzubeugen.

Ein Mädchen spielt an der VR Brille der Oma.
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Spezielle Computerspiele können im Alter dabei helfen, geistig fit zu bleiben. Das haben kanadische Wissenschaftler bei Forschungsversuchen mit 55 bis 75 Jahre alten Senioren festgestellt. Im Rahmen einer sechsmonatigen Studie wurde gemessen, wie sich die sogenannte Graue Substanz entwickelt, wenn die Probanden regelmäßig "Super Mario 64" spielten, Klavierspielen übten oder keine neue Aufgaben zu erfüllen hatten. Die sogenannte Graue Substanz hat Anteil an Alterskrankheiten wie Demenz. Die Forscher der Universität Montreal registrierten bei den Studien-Teilnehmern zu Beginn des Experiments die Masse an Grauer Substanz in drei Bereichen des Gehirns und ließen sie einen Gedächtnistest machen.

Die Studie ergab, dass sich nur bei den Studienteilnehmern, die das 3-D-Spiel spielten, das Kurzzeitgedächtnis verbesserte. Außerdem legte im Hippocampus die Graue Masse an Substanz zu und die Strukturen einer Hirnregion, die für Bewegungen und Gleichgewicht zuständig ist, verbesserten sich. Auch bei den klavierspielenden Testpersonen war nach einem halben Jahr mehr Graue Masse im Hippocampus nachweisbar. Zusätzlich zeigten sich bei den Klavierspielern Verbesserungen in einem Hirnbereich, der für Planungen und Entscheidungen wichtig ist. Bei der Kontrollgruppe ohne neue Aufgaben nahm die Menge der Grauen Substanz in allen getesteten Gehirnarealen ab.

Spezielle 3-D-Spiele für Senioren

Die Studienautoren gehen davon aus, dass mit Spielen wie "Super Mario 64" dem Abbau von Grauer Masse gegensteuert werden könnte. Denkbar seien auch speziell für Senioren entwickelte Computerspiele. Für Hans Förstl von der TU München klingt das durchaus plausibel. Untersuchenswert sei vor allem, wie lange der Effekt anhalte und ob Videospiele Demenz verzögern oder verhindern könnten.

Die Studie aus Montreal baut auf Erkenntnissen der sogenannten Taxi-Fahrer-Studie von 2011 auf. Dabei wurde festgestellt, dass Londoner Taxifahrer ihren Hippocampus trainieren, indem sie innere Karten von London anlegen als Vorbereitung für ihre Fahrer-Prüfungen. Neuere Studien hatten bereits gezeigt, dass sich das 3D-Computerspielen positiv auf bestimmte Gehirnstrukturen bei jungen Menschen auswirkt.

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Über dieses Thema berichtet MDR auch im Fernsehen: Mach mal | 14.12.2017 | 01:20 Uhr