Covid-19 Ohne mRNA: Omikron-Booster von Sanofi und GSK ist zugelassen

Die Europäische Kommission hat den an Immunflucht angepassten Corona-Booster-Impfstoff von Sanofi und GSK zugelassen. Der Protein-Impfstoff ist eine Alternative zu den mRNA-Impfungen von Biontech und Moderna.

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Die EU hat nun den Proteinimpfstoff von Sanofi und GSK als Booster gegen Corona zugelassen. Bildrechte: imago images/Bihlmayerfotografie

Nach längerer Prüfung hat die Europäische Kommission grünes Licht gegeben für "VidPrevtyn Beta", einen Protein-Impfstoff der französisch-britischen Pharmakooperation Sanofi und Glaxo Smith Kline (GSK). Das Vakzin ist an die Beta-Variante des Coronavirus angepasst, die erste Immune-Escape-Mutation, die eine Reihe von Veränderungen mit Omikron gemeinsam hat. Der Impfstoff soll daher als Booster gegen Omikron einsetzbar sein. Zuvor hatte die EMA diese Zulassung empfohlen.

Proteinimpfstoff unterscheidet sich von mRNA

Wie der Impfstoff von Novavax enthält auch VidPrevtyn künstlich hergestellte Spikeproteine, also die Eiweiße, mit denen das Sars-CoV-2 an die menschlichen Zellen andockt. Diese Proteine werden mit einem Wirkungsverstärker (Adjuvans) gespritzt. So wird das Immunsystem stimuliert, Antikörper und T-Zellen gegen das Spikeprotein herzustellen, die bei einer Infektion dann gegen das echte Virus wirken.

Die Booster-Version "VidPrevtyn Beta" enthält sowohl Spikeproteine des ursprünglichen Virus-Wildtyps als auch der Beta-Variante B.1.351. Bei den klinischen Tests steckten sich in der Gruppe, die nur ein Placebo erhalten hatte, 64,7 Prozent mehr Personen mit Covid-19 an als in der Gruppe der Geimpften. Gegen Omikron habe der Schutz sogar 72 Prozent betragen, so die Hersteller in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Prüfung.

Impfstoff stimuliert Reaktion gegen Omikron

In einer weiteren Studie mit etwas weniger Probanden wurde zudem verglichen, ob "VidPrevtyn Beta" mehr Antikörper gegen Omikron stimulieren konnte, als die nicht angepasste Ursprungsversion des Biontech-Impfstoffs. Das gelang laut EMA mindestens gegen die BA.1 Variante. Häufigste unerwünschte Impfreaktionen bei den Versuchspersonen waren Schmerzen an der Einstichstelle, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Kopfschmerzen und Frösteln.

Der Booster-Impfstoff ist als Auffrischung für Erwachsene zugelassen, die bereits mit einem anderen Impfstoff grundimmunisiert wurden und bei denen diese Grundimmunisierung mindestens vier Monate zurückliegt. Mit "VidPrevtyn Beta" steht damit nun auch ein für Booster-Impfungen gegen Corona zugelassenes Vakzin zur Verfügung, das nicht auf dem mRNA-Prinzip der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna beruht.

(ens)