Junger Mann mit einem Fisch im Mund.
Bildrechte: imago/Medicimage

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren Nahrungsergänzungsmittel: Kein Schutz vor Krebs- oder Herzinfarkt

Ärzte und Ernährungsberater empfehlen Vitamin D gegen Krebs und ungesättigte Omega-3-Fettsäuren gegen Herzinfarkte. Eine amerikanische Studie mit über 25.000 Teilnehmern kann aber keine Effekte feststellen.

Junger Mann mit einem Fisch im Mund.
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Fisch zu essen soll der Gesundheit auf vielerlei Weise helfen. Einerseits enthalten Fische ungesättigte Omega-3-Fettsäuren. Denen wird nachgesagt, dass sie Herz-Kreislaufleiden wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorbeugen können. Andererseits transportieren die Wassertiere in ihrem Fett auch eine Menge Vitamin D. Und das soll das Krebsrisiko deutlich senken können.

Die Ergebnisse einer neuen US-Studie ziehen diese Ernährungsempfehlung allerdings in Zweifel. Weder konnte die Einnahme von Omega-3-Fetten das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen statistisch signifikant senken, noch erfüllte Vitamin D diese Erwartung für Krebserkrankungen. Die positiven Effekte waren höchsten minimal.

Über 25.000 Teilnehmer

Nahrungsergänzungsmittel sind in den USA sehr populär. Bei jüngeren Umfragen gab mehr als die Hälfte aller befragten Erwachsenen an, zusätzlich zum Essen Vitaminpräparate, Öle oder andere Zusätze einzunehmen. Auch einflussreiche Ärzte-Vereinigungen wie die American Hearts Association (AHA) empfehlen bestimmte Stoffe, darunter vor allem die Omega-3-Fettsäuren, die unter anderem in Fischöl enthalten sind.

Vor allem für diese ungesättigten Fette mangelte es bisher an aussagekräftigen Studien. Das VITAL-Forschungsprojekt wollte deshalb eine umfangreiche Datenbasis schaffen und gewann für seine Langzeitstudie insgesamt 25.871 Teilnehmer. 49 Prozent davon waren Männer mit einem Mindestalter von 50 Jahren und 51 Prozent Frauen, die mindestens 55 Jahre alt waren. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip jeweils zwei Mal in zwei Gruppen eingeteilt.

Während die einen Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D oder mit Omega-3-Fettsäuren erhielten, bekamen die anderen ein Placebo. Weder Ärzte noch Patienten wussten, wer das echte Präparat und wer das Scheinmittel erhielt. Im Schnitt dauerten die Untersuchungen 5,3 Jahre, in denen die Mediziner beobachteten, ob ihre Patienten an Hertz-Kreislaufkrankheiten oder an Krebs erkrankten.

Nur leichte Zahlenvorteile

Die Ergebnisse der Forscher um die Erstautorin JoAnn E. Manson von der Massachusetts Medical School und dem Maine Medical Center Research Institute sind ernüchternd. Weder für Vitamin D noch für Omega-3-Fettsäuren konnten sie statistisch signifikante Effekte auf die jeweilige Krankheit nachweisen, die die Zusätze verhindern sollten, berichten die Wissenschaftler im New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa1811403 und DOI: 10.1056/NEJMoa1809944).

In der Gruppe derjenigen, die Omega-3-Fette bekamen, erkrankten insgesamt 386 Patienten an einer Herzkreislauf-Erkrankung. In der Placebo-Gruppe waren es 418, also nur wenige mehr. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Vitamin D-Gruppe, bei der 793 Patienten an Krebs erkrankten, die das Vitamin bekamen gegenüber 824 Krebserkrankungen aus der Placebogruppe.

Die Autoren warnen allerdings davor, diese leichten Zahlenvorteile für Omega-3-Fette und Vitamin D als Hinweis dafür zu werten, dass sie doch positive Effekte für wenigstens einige Menschen haben könnten. Das seien mögliche Scheinresultate, da hier andere Ursachen nicht ausgeschlossen werden können.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 22. November 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2018, 16:00 Uhr