Citizen Science Vögel zählen statt Steuererklärung

Erlenzeisig
Bildrechte: Frank Heckler/NABU

Anfang Januar ist Inventurzeit: Menschen quälen sich mit Steuererklärungen oder dem Blick auf die Waage, Geschäfte lassen ihre Bestände zählen. Wer sich davon ablenken will, trainiert zwischendurch für die Natur-Inventur sowie gleichzeitig Reaktionsschnelligkeit und Augen: Vom 4. bis 6. Januar ruft der Naturschutzbund zur Vogelzählung auf: Eine Stunde lang notiert man, welche Vögel und wie viele man gesichtet hat. Dazu muss man weder Wissenschaftler noch Biologin sein, wichtig ist, dass man die heimischen Vogelarten kennt. Ein Blick in unsere Galerie kann dabei helfen.

Kleine Vogelkunde Stunde der Wintervögel - zählen Sie mit!

Erlenzeisig
Der Erlenzeisig: Die kleinen, gelbgrünen Vögel leben ganzjährig in unseren Mischwäldern. Wenn wir im Winter einen gelbgrünen Schwarm solcher Vögel sehen, dann sind das Erlenzeisige aus dem Norden. Sie lassen sich in Erlen oder Birken nieder. Bildrechte: Frank Heckler/NABU
Erlenzeisig
Der Erlenzeisig: Die kleinen, gelbgrünen Vögel leben ganzjährig in unseren Mischwäldern. Wenn wir im Winter einen gelbgrünen Schwarm solcher Vögel sehen, dann sind das Erlenzeisige aus dem Norden. Sie lassen sich in Erlen oder Birken nieder. Bildrechte: Frank Heckler/NABU
Vogel trinkt aus einem Astloch
Guten Tag, wir sind die Gimpel! Wir können uns Melodien merken! Wenn man uns was vorpfeift, pfeifen wir es nach, falls man uns nicht er- und verschreckt. Was aber wohl meistens der Fall ist. Im 19. Jahrhundert waren wir als Käfigvogel sehr beliebt. Wir fressen Körner und Samen, gern auch Blatt- und Blütenknospen. Unsere Kinder füttern wir mit Raupen, Ameisen, Blattläusen und kleinen Schnecken. Bildrechte: imago/blickwinkel
Haubenmeise
Der Punk unter den Vögeln: Die Haubenmeise. Wer sie sehen will, sollte zum Winterspaziergang in einen schönen Fichten- und Kiefernwald gehen. Bildrechte: Frank Derer/NABU
Kernbeißer
Ein Raufbold unter den Vögel und der größte Fink Europas: Der Kernbeißer. Sein scharfer Schnabel knackt sogar Kirschkerne. Normalerweise leben Kernbeißer in Laub- und Mischwäldern mit viel Kraut- und Strauchschicht. Im Winter wagen sie sich aber auch an Futterstellen in Gärten. Sie fressen Samen von Laubbäumen und Früchte wie Hagebutten, Schlehen und Traubenkirsche. Bildrechte: imago images / imagebroker
Amsel
Amsel - auch Schwarzdrossel. Die Männchen sind am gelb-orangen Schnabel zu erkennen. Bildrechte: Colourbox.de
Bachstelze
Bachstelze - tippelnder Gang, wippender Schwanz, so ist sie sehr gut zu erkennen. Bildrechte: Colourbox.de
Blaumeise
Blaumeise - ganz klar, wegen der blauen Kappe. Im Unterschied zu den Kohlmeisen fehlt der schwarze Strich auf dem Bauch. Bildrechte: Sonja Haase
Ein Buchfink (Fringilla coelebs), Männchen, auf einem Baumstumpf
Der Buchfink. Bildrechte: IMAGO
Buntspecht
Der Buntspecht. Er ist die bei uns am häuftigsten vorkommende Spechtart. Bildrechte: Frank Derer/NABU
Eichelhäher
Der Eichelhäher gehört zu den Rabenvögeln. Bildrechte: colourbox
Goldammer
Die Goldammer. An ihrem gelb-goldenen Köpfchen gut zu erkennen. Bildrechte: colourbox
Sachsens Wildnis - Grünfink
Grünfink. So groß wie ein Sperling aber durch die Färbung gut zu unterscheiden. Bildrechte: MDR-Zuschauer/Hocki
Kohlmeise auf einem Zweig
Der Kopf schwarz-weiß, der Bauch gelb, darauf ein schwarzer Streifen - die Kohlmeise. Bildrechte: Colourbox
Eine Krähe sitzt auf Autodach und schaut auf die Scheibe.
Die Krähe - als Saatkrähe mit glänzendem Gefieder, als Rabenkrähe vollständig schwarz und als Nebelkrähe grau-schwarz. Bildrechte: Imago/blickwinkel
Erlenzeisig
Der Erlenzeisig, oft auch nur Zeisig genannt. Bildrechte: Frank Heckler/NABU
Kleiber
Der Kleiber - ein geschickter Kletterer. Den Namen bekam er, weil er sein Nest bis auf ein kleines Loch zukleistert. Bildrechte: Colourbox.de
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Warum die Winterzählung 2018 spannend wird

Und es wird eine spannende Zählung: Wie haben sich der Dürresommer 2018 und der milde Herbst/Winter auf die Vogelwelt ausgewirkt? Wird 2019 ein stummer Frühling, oder zwitschern 2019 mehr Spatzen oder Amseln als in den Vorjahren durch Gärten und Parks? "Bisher können wir mangels Daten nur spekulieren, wie sich die Dürre auf die Vogelwelt ausgewirkt hat", so Nabu-Geschäftsführer Leif Miller. Durch den warmen Sommer trügen wilde Bäume und Sträucher aber auch besonders viele Früchte. "Die Wintervögel finden also einen reich gedeckten Tisch vor."

Gute Plätze zum Vögelzählen sind Futterhäuschen, Garten, Balkon oder Park. Die Beobachtungen können am 5. und 6. Januar zwischen 10 und 18 Uhr beim Nabu telefonisch gemeldet werden: 0800‐1157‐115. Oder sie nutzen das Onlineformular auf der Homepage der Winterzählung.

Im vergangenen Winter hatten rund 136.000 Hobbywissenschaftler die Wintervögel gezählt. Dabei gingen Meldungen aus 92.000 Parks und Gärten ein. Deutschlandweit am häufigsten wurden Haussperlinge gesichtet, gefolgt von Kohlmeise und Blaumeise.

Gut fürs Allgemeinwissen

Das Vogelzählen kann auch noch einen wichtigen Nebeneffekt haben, insbesondere, wenn Kinder mit dabei sind. Denn das Wissen über unsere Vögel geht mehr und mehr verloren, so eine Studie vom Dezember 2018 mit 2.000 Schülerinnen und Schülern aus Bayern. "Laut unserer Untersuchung konnten bayerische Gymnasiasten im Schnitt nur fünf von 15 häufigen Singvogelarten richtig benennen“, so der Leiter der Thomas Gerl vom Institut für Didaktik der Ludwig-Maximilians-Universität München.

"Gut drei Viertel der Teilnehmer erkannten die Amsel richtig, einen Spatzen konnte nur noch lediglich etwas mehr als ein Drittel identifizieren", so Thomas Gerl. Der Buchfink, immerhin der häufigste einheimische Singvogel, wird nur von 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler richtig benannt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Exakt | 27. September 0017 | 20:20 Uhr