Nach "Nadia" und "Odette" Wetterexperte: Die Stürme sind normal, aber es ist viel zu warm

Erst "Nadia", dann "Odette" und der nächste Sturm kommt schon. Doch das ist nicht ungewöhnlich, sagt der Deutsche Wetterdienst. Dafür sind die Temperaturen in diesem Winter wieder deutlich zu hoch. Die Schneeschauer jenseits der Berge sind eher ein "Winter aus Versehen".

Sturmtief Nadja lockt zahlreiche Ausflügler auf die Westmole im Seebad Warnemünde.
Bildrechte: IMAGO / Fotoagentur Nordlicht

Den Anfang machte am Wochenende "Nadia", dann folgte "Odette" – gleich zwei Sturmtiefs haben in den vergangenen Tagen besonders Norddeutschland in Atem gehalten, aber auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen führten sie zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehr und Polizei. Demnächst geht "Odette" in "Philine" über, das Sturmwetter wird uns in Mitteldeutschland mindestens noch bis Ende der Woche erhalten bleiben, wie Torsten Lehne von der Außenstelle des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Leipzig erklärt: "Das Wetter bleibt dabei im Flachland eher nicht winterlich, im Bergland dafür schon".

Nur eine Scheune in Leipzig eingestürzt

Der Experte betont, dass die derzeitige Häufung von Stürmen nichts Ungewöhnliches sei und im Winter häufiger vorkommen kann – gerade bei der derzeitigen Wetterlage mit maritimen Westausläufern vom Atlantik. Die Schäden hielten sich im Raum Leipzig auch noch sehr in Grenzen. "Meines Wissens ist nur im Stadtteil Engelsdorf eine Scheune zusammengestürzt."

Was jedoch außergewöhnlich sei, sind die durchgehend hohen Temperaturen. Bisher sei der Winter im Raum Leipzig um vier Grad zu warm gewesen und dazu zumindest im Dezember und Januar auch sehr niederschlagsreich. Damit bestätige sich weiter der Trend der zu warmen Winter der vergangenen Jahre, der etwa für 2021 in Sachsen kürzlich bestätigt wurde.

Schneeschauer waren nur "Winter aus Versehen"

Für ganz Deutschland hat die Zentrale des DWD in Offenbach aktuelle Prognosen. Demnach wird es am Dienstag und Mittwoch vor allem in der Osthälfte windig, zum Donnerstag hin dann ruhiger. Dafür bekommt der Süden mehr Hochdruck und damit wohl sonnigeres Wetter. Am windigsten bleibt es letztlich im Norden. "Wir werden noch einige Zeit das aktuelle Hin und Her haben", erklärt der DWD-Meteorologe Marco Manitta.

In seinem "Thema des Tages" erläutert der Experte, warum uns Regen, Schnee und Sturm diese Woche begleiten werden. Insgesamt hätten wir aber auch in ganz Deutschland 2021/22 noch keinen wirklichen Winter erlebt, betont Manitta: "Die paar Schneeschauer nenne ich gerne 'Winter aus Versehen'". Wahrscheinlich kommt dieser auch nicht mehr so richtig, da man die normalerweise kälteste Phase bis Mitte Februar jetzt schon einigermaßen überblicken kann. So dürfte der milde Winter in diesem Jahr direkt in den Frühling übergehen.

cdi

1 Kommentar

W.Merseburger vor 44 Wochen

Mich verwirrt immer wieder die Wetterbetrachtung auch des Deutschen Wetterdienstes. Der Januar 2022 ist im Raum Leipzig deutlich zu warm wird geschrieben.Ich vermute als Vergleich wird der Referenzzeitraum von 1961 bis 1990 herangezogen. Ist dieser Zeitraum das anstrebenswerte "ideale Wetter" für uns gewesen? Welche Auswirkungen auf unser Klima, auf die Vegetation , auf die Landwirtschaft usw. hat ein um 2°C zu warmer Januar? Ich habe bereits Mitte der 1950 iger Jahre in der Schule gelernt, dass die Gletscher der Alpen kontinuierlich schmelzen und deutlich geringer werden. Damals war der CO2-Gehalt der Luft noch niedriger und es lebten mindestens 4 Milliarden weniger Menschen auf der Erde. Ein zurück in die vorindustrielle Gesellschaft bezüglich CO2 Gehalt wird nicht möglich sein.