Symbolbild zur Aufschieberitis (Prokrastination), ständiges Aufschieben und Unterbrechen von Dingen die man erledigen muss
Bildrechte: IMAGO

Prokrastination So kann "Aufschieberitis" geheilt werden

Symbolbild zur Aufschieberitis (Prokrastination), ständiges Aufschieben und Unterbrechen von Dingen die man erledigen muss
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Prokrastination ist eine Arbeitsstörung, die durch ein nicht nötiges Vertagen des Arbeitsbeginns oder auch durch sehr häufiges Unterbrechen des Arbeitens gekennzeichnet ist, sodass ein Fertigstellen der Aufgaben gar nicht oder nur unter enormem Druck zustande kommt. Dies geht fast immer mit einem beträchtlichen Leidensdruck einher.“ So beschreibt Wikipedia das Phänomen, dass nicht nur Schüler und Studenten erleben. Auch im Beruf kennen wir die Dinge, die wir gern wegschieben, von der lästigen Steuererklärung ganz zu schweigen.

Aber was sind die Gründe dafür? Das fragten sich Psychologen der Martin-Universität-Universität Halle. Denn: "Prokrastination ist ein sehr komplexes Verhalten. Der Begriff wird in vielen Bereichen nahezu inflationär verwendet", schreibt Dr. Johannes Hoppe, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der MLU in einer Mitteilung der Uni. Hoppe und seine Kollegen Renate Rau und Philipp Prokop wollten deshalb am Beispiel der Studenten die Ursachen für dieses nach ihrer Meinung bewusste aber irrationale Verhalten untersuchen.

Dr. Johannes Hoppe
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Häufig wird der Hang zum Prokrastinieren nur als Charaktereigenschaft verstanden. Wir wollten überprüfen, ob es auch äußere Faktoren gibt, die Menschen zum Prokrastinieren verleiten.

Johannes Hoppe

Dafür befragten die Psychologen 100 Studenten zu ihrer letzten schriftlichen Arbeit. Ziel war es herauszubekommen, ob die Studenten sich zum einen über die Aufgabe überhaupt im Klaren waren und zum anderen, wie oft sie die Arbeit aufschoben. Ergebnis:

Je unklarer den Teilnehmern die Aufgabenstellung erschien, desto häufiger prokrastinierten sie und desto weniger engagiert waren sie bei der Sache.

Johannes Hoppe

Das bedeutet im Umkehrschluss: Je genauer die Betreuer das Ziel formulieren, die Studenten evtl. sogar einbinden, von ihnen auch Zwischenstände einfordern, desto größer sind die Chancen, dass nicht aufgeschoben wird. So einfach ist das.

Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des "Journal of Prevention & Intervention in the Community" veröffentlicht.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Nachmittag | 31. Dezember 2017 | 15:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. April 2018, 09:41 Uhr