Die undatierte Aufnahme der Mondoberfläche zeigt in den eingefärbten Bereichen mögliche Vorkommen von Wasser im Mondmantel. Der Mond besitzt viel mehr Wasser als gedacht
Mit Spezialkamers haben die Forscher nach der Signatur von Wasser gesucht: Neue Satellitendaten zeigen, es gibt offenbar mehr Wasser auf dem Mond als bisher gedacht. Bildrechte: dpa

Kolonisierung des Weltalls Forscher finden Wasser auf dem Mond

Der Mond ist offenbar doch nicht so staubtrocken, wie bisher gedacht. Satelliten-Daten zeigen jetzt: Auf weiten Teilen der Oberfläche gibt es offenbar in vulkanischen Kügelchen gespeichertes Wasser.

von ens/dpa

Die undatierte Aufnahme der Mondoberfläche zeigt in den eingefärbten Bereichen mögliche Vorkommen von Wasser im Mondmantel. Der Mond besitzt viel mehr Wasser als gedacht
Mit Spezialkamers haben die Forscher nach der Signatur von Wasser gesucht: Neue Satellitendaten zeigen, es gibt offenbar mehr Wasser auf dem Mond als bisher gedacht. Bildrechte: dpa

Die menschliche Eroberung des Weltraums könnte ein kleines bisschen leichter werden, wenn die US-Forscher Ralph Milliken und Schuai Li Recht haben. Wie die beiden Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Geoscience" berichten, könnte es auf dem Mond deutlich mehr Wasser geben, als bislang angenommen wurde.

Wasser gilt als wichtigste Voraussetzung für Leben. Astronauten müssen sich bislang große Mengen ins All mitbringen. Jeder Tropfen ist kostbar: An der Internationalen Raumstation wird Trinkwasser aus Urin und Schweiß wiedergewonnen. Bei einer Besiedlung des Monds könnten Menschen nun auf Wasser zurückgreifen, dass in kleinen vulkanischen Kügelchen gespeichert ist, schlagen Milliken und Li vor.

Wasserfund bereits bei Apollo-Mission

Die Forscher werteten Daten der indischen Sonde "Chandrayaan-1" aus und fanden dabei heraus, dass auf weiten Teilen der Mondoberfläche Wasser vorkommt. Sie stellen damit bisherige Theorien über den Erdtrabanten in Frage. Bislang gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass der Mond weitgehend trocken sei. Sie vermuten, dass er bei einer Kollision der Erde mit einem anderen Himmelskörper herausgeschlagen wurde und dass dabei alles Wasser verdampft sei.

Allerdings hatten Astronauten bei der Apollo-Mission Proben genommen, in denen Forscher bei Laboranalysen im Jahr 2008 kleine vulkanische Glaskügelchen mit Wasser fanden. Milliken und Li behaupten nun, dass es sich dabei nicht um eine Ausnahme handelt. "Vulkanisches Auswurfmaterial auf dem Mond scheint allgemein wasserreich zu sein, was nahe legt, dass für den Mantel dasselbe gilt", sagte Milliken.

Wassergewinnung für Mondsiedler

Über die Herkunft des Mondwassers können die Forscher bislang nur spekulieren. "Entweder hat das Wasser irgendwie überlebt, oder es wurde von Asteroiden oder Kometen mitgebracht, bevor der Mond ganz erstarrt ist", sagte Li.

Das Wasser zu extrahieren dürfte allerdings nicht ganz einfach werden. Die vulkanischen Kügelchen, die bei der Apollo-Mission mitgenommen wurden, enthalten 0,5 Promille Wasser. Li ist dennoch optimistisch, dass es sich extrahieren und nutzen lässt. "Alles, was künftigen Monderforschern erspart, Mengen von Wasser von zuhause mitzubringen, ist ein großer Schritt nach vorn", sagte er.

Der Bau einer Basis auf dem Mond gilt als wichtige Voraussetzung für eine Kolonisierung des Mars und für Bergbau im All.

Über dieses Thema berichtet MDR-Aktuell auch: im Radio | 28.02.2017 | 06:13 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2017, 17:08 Uhr