Welt-Aids-Konferenz 2016 Kann der Kampf gegen AIDS gewonnen werden?

Bis zum Jahr 2030 will die Weltgemeinschaft den Kampf gegen die HIV/Aids-Epidemie erfolgreich beendet haben. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist eines der zentralen Themen der Welt-Aids-Konferenz, die heute im südafrikanischen Durban beginnt. Hier treffen sich bis Freitag etwa 18.000 Forscher, Aktivisten und Politiker aus 180 Ländern.

Die Tagung begann am Montag im Beisein von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der UN-Generalsekretär rief die internationale Gemeinschaft zu weiteren Anstrengungen im Kampf gegen Aids auf. Trotz großer Fortschritte hätten noch immer mehr als die Hälfte der weltweit rund 37 Millionen HIV-Infizierten keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten, erklärte Ban zum Auftakt der Welt-Aids-Konferenz. Er forderte, zur Bekämpfung der Aids-Epidemie müssten mehr Ressourcen eingesetzt und die Rechte der HIV-Infizierten gestärkt werden.

Eine neue Denkweise im Umgang mit der Erkrankung verlangte Astrid Berner-Rodoreda, Verteterin der Hilfsorganisation "Brot für die Welt":

Jetzt müssen enorme Anstrengungen erfolgen und alle Gruppen einbezogen werden, auch Männer, wenn wir ein Ende der Epidemie bis 2030 erreichen wollen. Dafür müssen wir Stigma und Diskriminierung überwinden und alle HIV-Positiven in effektive Behandlung bringen.

Astrid Berner-Rodoreda, Brot für die Welt

Auch zahlreiche Prominente, die im Kampf gegen HIV/Aids aktiv sind, haben sich auf der Konferenz angekündigt: Bill Gates, der britische Prinz Harry, Sänger Elton John und die Schauspielerin Charlize Theron werden in Durban erwartet.

Millionen AIDS - Infizierte in Südafrika

Das die internationale Tagung hier stattfindet, hat seinen Grund: allein in Südafrika sind etwa 7 Millionen Menschen HIV-positiv. Täglich sollen etwa 1.000 Neuinfizierte dazu kommen. Seit Entdeckung des erworbenen Immunschwäche-Syndroms AIDS (Aquired Immune Deficiency Syndrom) im Jahr 1983 fielen der Pandemie weltweit Millionen Menschen zum Opfer. Am stärksten betroffen sind wenig entwickelte Länder.

Das Zentrum der Aids-Pandemie liegt ebenfalls im südlichen Teil Afrikas: 2014 lebten nach Angaben von UNAIDS, dem gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von HIV/AIDS mit 25,8 Millionen HIV-positiver Menschen etwa 70 % aller Menschen mit HIV/AIDS in Subsahara-Afrika; dort kam es zu 66 % (790.000) aller HIV-bedingten Todesfälle. 1,4 Millionen Menschen wurden neu infiziert.

Erfolge durch Aufklärungs- und Präventionsprogramme

Doch es gibt Hoffnung, denn die auf den ersten Blick immer noch dramatisch hohen Zahlen zeigen auch an, das Aufklärungs- und Präventionsprogramme Erfolg haben. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Anzahl der AIDS - Neuinfektionen im Jahr 2014 um 41 % reduziert.

Weltweit betrachtet nahmen in 26 Ländern wie unter anderem Äthiopien, Ghana, Indien, Thailand und der Ukraine die HIV-Neuinfektionen im Zeitraum von 2001 bis 2012 um über 50 % ab. Das zeigt, dass ein erfolgreicher Kampf der Weltgemeinschaft gegen die gefährliche Immunschwächekrankheit möglich ist.

Was ist AIDS? Aids ist die Folge einer Infektion mit dem "Human Immunodeficiency Virus", übersetzt: menschliches Immunschwäche-Virus, kurz HIV. Es schädigt oder zerstört T-Helfer-Zellen: weiße Blutkörperchen, die die Immunantwort des Körpers koordinieren, Eindringlinge angreifen und sie zerstören.

HI-Viren docken an Zellen an, integrieren ihr eigenes Erbgut in das der Wirtszellen und vermehren sich so. Nach einiger Zeit zerstören die neu produzierten Viren die Wirtszelle und werden ins Blut freigesetzt, wo sie sich den nächsten Wirt suchen.

Ein neuer Vermehrungsprozess beginnt; die Zahl der T-Helfer-Zellen sinkt. Folge ist eine schwere Immunschwäche; der Körper ist nicht mehr fähig, Bakterien, Viren oder Pilze, die Krankheiten auslösen, zu bekämpfen.

Es gibt verschiedene Arten, sich mit dem HI-Virus zu infizieren: sexueller Kontakt, Übertragung durch infiziertes Blut, durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen, durch Verletzungen, oder von einer Schwangeren auf den Fötus. Vom Risiko einer HIV-Infektion ist niemand ausgeschlossen.