Welteisbärentag Zoodirektor: Denkt an die wildlebenden Tiere!

Eisbären sind Publikumslieblinge in Deutschland. Erst Knut im Berliner Zoo, jetzt Fritz im Tierpark. Zum Welteisbärentag mahnt der Zoodirektor: Denkt an die wildlebenden Artgenossen.

Wer die ganz neuen Bilder von Eisbär Fritz sieht, kommt an einem "Süüüüß“ vermutlich nicht vorbei. Gerade lernt das Eisbärenbaby im Berliner Tierpark Klettern und hat wahrscheinlich in rund einem Monat seinen ersten Auftritt vor Publikum. Fritz geht es blendend. Anders als vielen seiner freilebenden Artgenossen. Die stehen vor existenziellen Problemen, sagt Andreas Knieriem, der Direktors Berliner Zoos.

Vor dem Welteisbärentag am 27. Februar hat Knieriem zu mehr Bewusstsein für den vom Menschen verursachten Klimawandel aufgerufen.

Ich hoffe, dass die große Zuneigung, die unserem Fritz entgegen gebracht wird, die Menschen auch zum Nachdenken anregt – nicht nur am Welt-Eisbär-Tag.

Andreas Knieriem, Direktor, Berliner Zoo

Bis heute weiß niemand ganz genau, wie viele Eisbären es überhaupt gibt. Die letzten Projekte zur Zählung der Tiere scheiterten bisher an politischem Widerstand. So bekamen norwegische Forscher 2015 keine Visa für russische Arktis-Gebiete. Noch gebe es vermutlich 22.000 bis 31.000 freilebende Eisbären weltweit, hieß es vom Berliner Tierpark. Zoodirektor Knieriem schätzt, dass bei wildlebenden Eisbären in den kommenden 45 Jahren ein Rückgang der Populationen um 30 Prozent und mehr erwartet werden muss.

Mit den schwindenden Eisdecken drohe der Bestand aber weiter zu sinken. Für die Jagdstrategie von Eisbären ist Eis wesentlich: Wenn Ringelrobben an ihren Atemlöchern auftauchen, schlagen sie zu, so Eisbärenkurator Florian Sicks vom Tierpark Berlin.

Ohne Eis keine Luftlöcher, ohne Luftlöcher keine Chance auf Futter für den Eisbären.

Florian Sicks, Eisbärenkurator, Tierpark Berlin

Die Lebensbedingungen verschlechtern sich dramatisch. Das Eis an den Polen schmilzt immer weiter. Im Januar waren die von Meereis bedeckten Flächen der Arktis und der Antarktis so klein wie nie zuvor in diesem Monat seit Beginn der Messungen 1979. Die durchschnittliche Ausbreitung der Meereisdecke in der Arktis habe im Januar um rund neun Prozent unter dem Durchschnitt von 1981 bis 2010 gelegen, so die US-Wetterbehörde NOAA. Damit sei der bisher niedrigste Wert aus dem vergangenen Jahr unterboten worden.

Über dieses Thema berichtet LexiTV im Fernsehen | 27.02.2017 | 15:00 Uhr