8. August - Weltkatzentag Luchs und Wildkatze sind immer noch gefährdet

Ganz langsam kehren die Wildkatzen und Luchse wieder in unsere Wälder zurück. Das klingt erstmal positiv. Doch Naturschützer teilen diese Euphorie nicht, denn sie sehen immer noch zahlreiche Gefahren für die Tiere, die den Menschen meiden. Denn er stellt für sie das größte Problem dar.

Luchs
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Für das Auge des Waldwanderers sind Wildkatzen so gut wie unsichtbar. Und ebenso selten zeigt sich der Luchs. Und doch kehren die scheuen Einzelgänger langsam wieder in unserer Wälder zurück.

Derzeit leben nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) 77 Luchse hier in Deutschland – die meisten von ihnen im Harz und im Bayerischen Wald. Thüringen meldete in diesem Jahr mehrere Luchs-Sichtungen, und auch in der Lausitz wurde im April 2018 ein Luchs gesehen, aussergewöhnlich weit weg von seinen übrigen Artgenossen. Das sorgte bei Naturschutzexperten für Aufsehen, denn Luchse sind üblicherweise keine Langstreckenläufer, die sich normalerweise weit entfernt von Autobahnen und Landstrassen halten.

Zahlenmäßig besser bestellt ist es um die Bestände der ebenso menschenscheuen Wildkatze. Galt sie vor über 100 Jahren noch fast als ausgerottet, so bevölkern nach Schätzungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) mittlerweile wieder etwa 7.000 bis 10.000 Tiere unsere Wälder.

Trotz dieser positiven Tendenz sind Naturschützer wie BUND-Wildtier-Expertin Christiane Bohn in Sorge um die Qulität der Lebensräume:

Wildkatzen müssen dringend besser geschützt werden... Die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und ausgeräumte Agrarflächen ist heutzutage das größte Problem.

Christiane Bohn, BUND

Davon ebenfalls stark betroffen sind die Luchse, denn sie benötigen ausreichend große, zusammenhängende große Jagdreviere, die ihnen menschenleere, gegen Wind und Regen geschützte Rückzugsorte bieten. Für Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ein Problem:

Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
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Trotz jährlich nachgewiesenem Nachwuchs zeigt der Gesamtbestand des Luchses in Deutschland seit Jahren leider kaum Zuwachs. Auffällig ist vor allem, dass über das Kernvorkommen im Bayerischen Wald hinaus trotz zahlreicher prinzipiell für den Luchs geeigneter Lebensräume, keine weitere Ausbreitung zu verzeichnen ist. Vor allem durch den Straßenverkehr ist die Art gefährdet. Aber auch illegale Tötungen und Krankheiten stellten in den vergangenen Jahren ein Problem für den Luchs dar.

Prof. Beate Jessel (BfN) Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Das zeigt sich besonders im äußersten Norden und im Nordosten Deutschlands, wo sich die Tiere bis heute noch nicht wieder ansiedeln. Gut hingegen entwickelt sich der Luchsbestand an der einstigen innerdeutsche Grenze, denn dort blieben sie über Jahrzehnte ungestört.

Mehr Tempolimits und Wildbrücken könnten den Tod von Luchsen und Wildkatzen auf der Straße verhindern, ebenso wie die ein Stopp der Zunahme von Zersiedlung, Autoverkehr und intensiver Landwirtschaft - ein langwieriges und teures Unterfangen. Ebenso schwierig lässt sich der illegale Abschuss verfolgen.

Realistisch scheint der Plan der Naturschützer, mit grünen Korridoren aus Büschen und Bäumen Wälder immer weiter zu größeren Naturräumen zu verbinden, damit die Wildtiere wieder geschützt wandern können und damit wieder für biologische Vielfalt sorgen.

So hat vielleicht auch der weit gewanderte Lausitzer Luchs einmal eine Chance, einige seiner Artgenossen wieder zu sehen.