Das James-Webb-Teleskop, der Hubble-Nachfolger, mit seinem 25 Quadratmeter großen Spiegel.
Bildrechte: NASA/Chris Gunn

Das neue Weltraum-Teleskop im Härtetest Zurückschauen bis zum Urknall

Das Hubble-Teleskop hat uns unglaubliche Einblicke ins Weltall gebracht. Jetzt wird sein Nachfolger zusammengebaut. Mehr als doppelt so groß soll es bis zum Urknall zurückschauen.

Das James-Webb-Teleskop, der Hubble-Nachfolger, mit seinem 25 Quadratmeter großen Spiegel.
Bildrechte: NASA/Chris Gunn

Ein Blick ins Weltall ist immer auch eine Zeitreise. Und je weiter wir schauen, desto tiefer blicken wir in die Vergangenheit. Das Weltraumteleskop Hubble hat uns in den letzten mehr als 20 Jahren jede Menge solcher Blicke beschert - kollidierende Galaxien, explodierende Sterne, gigantische Nebel. Doch jetzt macht sich ein Nachfolger bereit, das James Webb Space Telescope (JWST) von NASA, ESA und der kanadischen Weltraumagentur SCA. Und das könnte noch faszinierendere Bilder liefern, denn es ist sehr viel leistungsfähiger.

Schon die Zahlen sind beeindruckend. 6,5 Meter groß ist der Spiegel, der aus 18 Segmenten besteht. Zum Vergleich: Hubbles Spiegel war 2,4 Meter groß. Die Sensoren sind empfindlicher, können zehn Mal mehr Licht einsammeln als das bei Hubble möglich war. Dabei liegt die eigentliche Stärke im Infrarotbereich. Damit soll das JWST nicht nur spektakuläre Bilder liefern, sondern auch neue Erkenntnisse aus der Frühzeit des Universums nach dem Urknall. Das Ganze kostet rund 8,7 Milliarden Dollar. Europas ESA steuert davon 300 Millionen bei – inklusive der Ariane 5-Rakete, die das Teleskop im Oktober 2018 ins All bringen soll.

Jetzt haben die Ingenieure den Spiegel in den Montagehallen der NASA unweit von Washington das erste Mal montiert. In den nächsten Monaten wir er aufwändig getestet. Er muss die extreme Beschleunigung und auch den Lärm beim Start überstehen. Genauso wie die Vibrationskammer und natürlich auch enorme Temperaturschwankungen. Denn im All wird das Teleskop alles zwischen 80 Grad Celsius plus bis 233 Grad minus aushalten müssen. Dabei sollten die Messegeräte immer die gleichen Werte zeigen – möglichst. Aber schon Hubble hat sich gezeigt, dass die Ingenieure selbst im Weltall noch reparieren können. Denn das Teleskop liefert in den ersten Jahren aufgrund eines Fehlers im Spiegel nur unbrauchbare Aufnahmen. Erst nach dem Einsatz von zehn Korrekturspiegeln war Hubble in der Lage, die Bilder aus dem All zu liefern, die uns alle faszinieren.

Hubble-Bilder immer dabei Am 24. April 1990 wurde Hubble mit einem Space-Shuttle ins All geschossen. Seine Bilder gingen nicht nur ins TV und später durchs Netz. Einige wurden auch für die Serie Star-Trek als Hintergrundbilder genutzt. Und viele haben sie inzwischen sogar auf ihrem Smartphone. Denn das Programm Google Sky nutzt sie auch.

Über dieses Thema berichtete MDR Fernsehen LexiTV | 16.10.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2016, 12:49 Uhr