Fraunhofer Institut Naturmittel lässt Wimpern wachsen

Schönheit mit Wissenschaft. Das Fraunhofer Institut in für angewandte Polymerforschung in Potsdam kümmert sich auch darum. Jetzt haben die Wissenschaftler ein Mittel wiederentdeckt, das Wimpern wachsen lässt. Und das - nach eigenen Angaben - ganz ohne Nebenwirkungen.

Die Augen einer Frau
Lange und dichte Wimpern wirken attraktiv. Bisher lässt sich der Eindruck vor allem mit künstlichen Wimpern oder gefährlichen Wuchsmitteln verstärken. Doch in Potsdam arbeitet man nun an einem natürlichen Haarwuchsmittel ohne Nebenwirkungen. Bildrechte: IMAGO

Man träufelt das Serum auf die Wimpern und siehe da: Sie wachsen. Solche Mittelchen gibt es in der Drogerie zu Hauf. Das Problem sind die üblen Nebenwirkungen. Denn Wimpern-Wuchsmittel basieren meist auf dem Gewebehormon Prostaglandin. Das kennt man eigentlich aus der Augenheilkunde und wird gegen grünen Star eingesetzt, weil es den Innendruck des Auges senkt. Ein pharmakologischer Wirkstoff also mit positivem Beauty-Nebeneffekt, dass die Wimpern wachsen.

Joachim Storsberg, Abteilungsleiter für Biomaterialien am Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung in Potsdam
Joachim Storsberg vom Fraunhofer Institut in Potsdam Bildrechte: Dirk Mahler, Fraunhofer IAP

Negativ dagegen: Einige Anwenderinnen klagten über rote und brennende Augen. Bei manchen fielen die Wimpern sogar komplett aus, berichtet Joachim Storsberg, Abteilungsleiter für Biomaterialien am Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung. Er suchte daher eine Alternative und wurde fündig: "Wir haben ein altbekanntes Hausmittel neu wiederentdeckt und in eine moderne Formulierung eingebracht. Das ist ein Naturstoff der existiert schon seit der Antike."

Um welchen Stoff es sich aber handelt, das will der Biochemiker noch nicht verraten. Geht es nach ihm, müssen sich Anbieter und Kunden noch ungefähr ein Jahr gedulden. Storsberg will den Stoff noch weiter testen und verbessern. Eines zeigen die Untersuchungen schon jetzt: Der Naturstoff zeigt keine Nebenwirkungen.

Also bei unserem Produkt - das haben wir mal getestet und uns selbst in die Augen gerieben - da passiert nix, da merken sie nix.

Joachim Storsberg
Eine junge Frau trägt Wimperntusche auf
Schöne lange Wimpern verspricht der von den Potsdamer Forschern entdeckte Naturstoff. Bildrechte: IMAGO

Außerdem regt er auch an anderen Stellen den Haarwuchs an, Stichwort: Kopfhaar und wer’s mag auch Brusthaar. Einziger Wermutstropfen: Ganz so schnell und dicht, wie mit den Prostaglandin-Produkten, klappt das nicht.

Übrigens: Von Vorteil sind lange Wimpern ohnehin nicht. US-amerikanische Ingenieure haben Wimpern im Windkanal getestet und kommen zu dem Schluss, je länger die Wimpern, desto trockener die Augen. Der Grund: Lange Wimpern ragen weiter in den Luftstrom. Dadurch wird die Strömung auf das Auge gelenkt und Tränenflüssigkeit verdunstet.