Warum uns die Umstellung auf die Sommerzeit schwerer fällt Unsere innere Uhr geht nach

Die Umstellung auf Sommerzeit steht vor der Tür. Uns wird eine Stunde genommen und es ist wird zeitiger hell. Gut für "Lerchen", also Menschen, die sowieso gern früh aufstehen. Die meisten von uns gehören jedoch zu den "Eulen" und haben es damit jetzt besonders schwer.

Kind begutachtet Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
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"Hauptsächlich durch Befragungen hat man herausgefunden, dass der Durchschnitt der Bevölkerung eine innere Uhr besitzt, deren Tempo etwas langsamer ist." Das sagt Dirk Rieger vom Lehrstuhl für Neurobiologie und Genetik am Biozentrum der Universität Würzburg, der untersucht, wie sich Umwelteinflüsse auf unsere innere Uhr auswirken. Und genau dieses Hinterherhinken ist der Hauptgrund, warum die Umstellung im Frühjahr für viele dramatisch ist und die im Herbst weniger Auswirkungen hat. Vor allem “Eulen“ haben im Herbst kaum Probleme mit der Zeitumstellung. “Eulen“ sind für Chronobiologen und Neurologen die Menschen, deren innere Uhr deutlich hinter dem Tagesrhythmus hinterherhinkt.

Sozialer Jetlag

Schwierig wird es dagegen dann im Herbst für die “Lerchen“. Das sind “die Personen, bei denen die innere Uhr sowieso schneller läuft", so Neurobiologe Rieger. Bis zu zwei Woche kann es dauern, bis sich der Biorhythmus wieder angepasst hat. Mediziner vergleichen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit denen eines Mini-Jetlags. Der "Jetlag" entsteht beim Überschreiten verschiedener Zeitzonen (etwa bei einem Flug von Europa nach Amerika). Da dieser Mini-Jetlag aber von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vorgegeben ist, sprechen die Forscher auch von einem "sozialen Jetlag". "Die Umstellung auf Sommer- und Winterzeit folgt ja einer politischen Entscheidung und ist - wie betrieblich geregelte Arbeitszeiten - nicht natürlichen Ursprungs", sagt Rieger. Die Zeit verändert sich nicht - lediglich die Uhren werden umgestellt.

Wegweiser mit der Aufschrift "Sommerzeit" durchgestrichen, "Winterzeit", Uhr
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Mehr Licht!

Die meisten biologischen und psychischen Vorgänge im Körper folgen einem natürlichen Rhythmus. Viele dieser Funktionen, zum Beispiel der Blutdruck, die Pulsfrequenz oder die Körpertemperatur, haben einen Zyklus von etwa einer Tageslänge und werden als “zirkadiane Rhythmen“ bezeichnet. Und die kommen durcheinander. "Aus chronobiologischer Sicht ist es sicher nicht sinnvoll, solch eine Umstellung vorzunehmen", sagt deshalb Rieger. Für die Zeitumstellung hat er eine klare Empfehlung: "Licht ist der wichtigste Faktor, über den die innere Uhr an die Umwelt gekoppelt ist." Heißt: Tagsüber so oft wie möglich rausgehen. Denn selbst ein grauer Apriltag bietet deutlich mehr Lichtintensität als jede Bürolampe.