Der Landeplatz des Schiaparelli-Moduls innerhalb der vorhergesagten Landungselipse in einem Mosaik von Bildern aus der Kontextkamera (CTX) auf dem Mars-Aufklärungs-Orbiter der NASA und dem Thermal Emission Imaging System (THEMIS) auf dem Mars Odyssey Orbiter der NASA.  Unterhalb des Hauptbildes befinden sich Aufnahmen der CTX-Kamera am 29. Mai 2016 (links) bzw. 20. Oktober 2016 (rechts). Das 20. Oktober-Bild zeigt zwei neue Features, die nach der Ankunft des Schiaparelli-Testlander-Moduls auf der Marsoberfläche am 19. Oktober erschienen.
Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/MSSS, Arizona State University

Wissen-News ESA-Mars-Sonde: Absturz wegen Kommunikationsfehler

Absturz der Marssonde Schiaparelli – Navi dachte, sie sei schon da. Außerdem: Wissenschaftler in Merseburg erforschen Haltbarkeit von Kunststoffen. Und: Neue Erkenntnisse über die Ausbreitung von AIDS

Der Landeplatz des Schiaparelli-Moduls innerhalb der vorhergesagten Landungselipse in einem Mosaik von Bildern aus der Kontextkamera (CTX) auf dem Mars-Aufklärungs-Orbiter der NASA und dem Thermal Emission Imaging System (THEMIS) auf dem Mars Odyssey Orbiter der NASA.  Unterhalb des Hauptbildes befinden sich Aufnahmen der CTX-Kamera am 29. Mai 2016 (links) bzw. 20. Oktober 2016 (rechts). Das 20. Oktober-Bild zeigt zwei neue Features, die nach der Ankunft des Schiaparelli-Testlander-Moduls auf der Marsoberfläche am 19. Oktober erschienen.
Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/MSSS, Arizona State University

Sonde "Schiaparelli": Navi schaltete die Bremsraketen zu früh ab

Die Mars-Sonde “Schiaparelli“ ist abgestürzt, weil Radar-Höhenmessgerät und Navigation “nicht richtig miteinander kommuniziert haben“. Das sagte der Esa-Direktor für Missionsbetrieb, Rolf Densing, in Darmstadt. Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten am vergangenen Mittwoch wahrscheinlich explodiert. Das Höhenmessgerät habe zwar Informationen gesendet, so Densing. Das Navigationsteil habe sich aber abgeschaltet. Der Fehler sei wahrscheinlich in einer Höhe von zwei bis vier Kilometer vom Mars entfernt passiert. “Die Navi-Software hatte schon gedacht, die Landung wäre bereits vollzogen. Dann haben die Bremsraketen nur noch die minimal vorgewählte Zeit von etwa drei Sekunden gefeuert.“ Rund 60 Sekunden hätten es sein müssen. An welchem Software-Fehler der Absturz genau liegt, müsse noch geklärt werden. Ein Zwischenbericht der Hersteller werde in etwa einer Woche erwartet, eine Abschlussbewertung in rund zwei Wochen.

Das europäisch-russische Milliardenprojekt ExoMars sucht Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 soll ein Rover zum Mars geschickt werden. Der Forschungssatellit “Trace Gas Orbiter“ (TGO), der im März gemeinsam mit “Schiaparelli“ zum Mars gestartet war, kreist unterdessen um den Mars. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen. Wird das Gas nachgewiesen, könnte das ein Hinweis auf biologische Aktivität sein.

Kunststoffen beim Ermüden zuschauen

Es klingt ein wenig seltsam, aber für die Industrie sind die Ergebnisse von großer Bedeutung. An der Hochschule Merseburg kann man ab sofort Kunststoffen beim Ermüden zusehen. Dafür erhielt die Hochschule eine sogenannte "vollautomatische Zeitstandprüfanlage“. Damit können die Wissenschaftler ab sofort die Lebensdauer und Bruchsicherheit von Kunststoffbauteilen untersuchen. Die Anlage kommt im Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften zum Einsatz. Die Anschaffungskosten in Höhe von 417.000 Euro wurden jeweils zur Hälfte von Land und Bund getragen. Die Hochschule Merseburg hat den Einbau des neuen Forschungsgroßgerätes mit 25.000 Euro finanziert.

AIDS in den USA: Patient 0 ist rehabilitiert

Bereits in den 1930er Jahren wurde das HI-Virus das erste Mal nachgewiesen. Aber erst in den 1980er Jahren entwickelte es sich zu einer Pandemie. Diese Phase haben Forscher der University of Arizona in Tucson per Genom-Analysen rekonstruiert. Das Ergebnis: Der kanadische Flugbeleiter Gaëtan Dugas ist nicht Patient 0, also derjenige, der für die Ausbreitung der Krankheit verantwortlich ist. “Wir fanden weder biologische noch historische Hinweise darauf, dass er der primäre Fall in den USA oder für den Subtyp B insgesamt war“, schreiben die Forscher in “nature“. Damit bestätigten die Forscher Annahmen, dass das Virus spätestens seit Anfang der 1970er Jahre in die USA kam und Dugas sich est viel später infizierte. Der in den USA aufgetauchte Erreger war in der Lage deutlich mehr Menschen zu befallen. Erst dadurch begann die epidemieartige Ausbreitung der Krankheit.

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2018, 15:21 Uhr