Nachhaltige Baustoffe Höchstes Holzhaus der Welt in Norwegen eingeweiht

Früher entstanden kleine Hütten daraus, heute sind es Wolkenkratzer. Holz hat ein echtes Revival erlebt und wird zum Baustoff der Superlative - auch in Mitteldeutschland.

Ein Mann in neongelber Schutzkleidung, der nach oben schaut - auf ein Hochhaus aus Holz.
Neuer Weltrekordhalter unter den Holzhochhäusern: Das 85 Meter hohe Mjøstårnet in Norwegen. Bildrechte: Moelven Limtre

Back to the Roots! Holz wird wieder zum echten Trend in Sachen Baustoff für Häuser. Und damit sind keine kleinen, idyllischen Blockhütten mitten in der Pampa gemeint, sondern echte Wohnhäuser der Superlative. Maximal nachhaltig, maximal modern und absolut stadttauglich. Das größte Holzhaus der Welt wurde jetzt am 15. März 2019 in Norwegen feierlich eröffnet.

Voll im Trend

Eine kleine Holzarchitektur-Sensation gab es bereits 2016 in Kanada. Die University of British Columbia weihte ein 53 Meter hohes Studentenwohnheim ein, das vor allem aus Holzelementen bestand - Wände, Pfeiler, Decken. Doch nicht nur die Kanadier setzen beim Hausbau auf den Rohstoff Holz.

Bereits im April 2017 starteten die Bauarbeiten am norwegischen Projekt Mjøstårnet, nun ist es fertig. Das Holzhochhaus steht in Brumunddal und ist ganze 85,4 Meter hoch. Damit darf sich Mjøstårnet aktuell mit dem Titel "Höchstes Holzhaus der Welt" schmücken.

Doch wer weiß, ob Norwegen diesen Titel lange behält, denn bereits im Juni 2019 soll das HoHo in Wien eröffnen. In 24 Stockwerke sollen Büros, Hotelzimmer und Appartments einzeihen.

Holz-Hybridbauweise

Auch dieses Gebäude entsteht aus Bauteilen in der Holz-Hybridbauweise. Bei diesem Verfahren wird Holz in Verbindung mit anderen Materialien verwendet, z.B. mit Beton. So kann in den Gebäuden ein günstigeres Schwingungsverhältnis oder ein besserer Brandschutz errreicht werden, als bei reinen Holzdecken. Doch Beton ist leider nicht besonders umweltfreundlich und mit hohen CO2-Emmissionen verbunden. Um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, forscht das Institut für Holzbau an der Hochschule Augsburg an ökologischen Alternativen.

Ein massiver Holzbalken, der auf der Oberseite mit einer dicken, festen, weißen Schicht bedeckt ist.
Holzverbundbauweise - daran wird in Bayern geforscht. Bildrechte: Hochschule Augsburg

Das Projekt zur "Optimierung der Holz-Beton-Verbundbauweise durch Verwendung natürlicher und ökolögischer Werkstoffe" ist sogar so relevant, dass es nun vom Bayrischen Umweltministerium finanziert wird. Die Wissenschaftler sehen im natürlich vorkommenden Mineral Anhydrit bzw. Calciumsulfat ein geeignetes Bindemittel, das den Zement ersetzen könnte. Und auch an biogenen Faserbewehrungen, also Verstärkungen, wird geforscht. Das Projekt startet Mitte 2019 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Baustoff der Zukunft

Auch Mitteldeutschland kann Erfolge in Sachen Holzhaus vorweisen.
Im Leipziger Westen steht ein fünfetagiges Gebäude, das aus 25 Zentimeter dicken Holzwänden besteht.

Für Architektur-Professor Alexander Stahr von der HTWK Leipzig ein absolut logischer Schritt in Richtung Zukunft, gerade in Städten. Denn Holz ist leicht und eignet sich in Zeiten der Wohnungsnot auch für Aufbauten auf bestehenden Gebäuden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 21. April 2018 | 07:48 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 14:58 Uhr

gestapeltes Holz 4 min
Bildrechte: colourbox.com

MDR AKTUELL Fr 21.04.2017 07:48Uhr 04:07 min

Audio herunterladen [MP3 | 3,8 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 7,5 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/wissen/audios/audio-356584.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio
ein Papierziegel wird auf Beanspruchbarkeit getestet. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR um 4 Fr 25.01.2019 17:00Uhr 02:29 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video