Das Massaker von Srebrenica

Es gilt bis heute als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit Jahrzehnten: das Massaker von Srebrenica. Im Juli 1995 ermordeten bosnisch-serbische Milizen dort 8.000 muslimische Männer und Jungen.

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Der Genozid an 8.000 bosnischen Muslimen: Wie gehen die Hinterbliebenen in Belgrad damit um?

Mo 11.07.2016 14:51Uhr 01:13 min

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Im Juli 1995 stürmen bosnisch-serbische Milizen die Enklave Srebrenica. Sie verschleppen und töten 8.000 muslimische Männer und Jungen. Das Massaker wird heute als Völkermord eingestuft. Dafür muss sich Ex-General Mladic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten. Das Urteil wird Ende 2017 erwartet. Als politisch Verantwortlicher war Ex-Serbenführer Radovan Karadzic bereits zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Mitverantwortung der Niederlande

Am Tod hunderter Muslime hat im Juni 2017 ein Gericht zudem den Niederlanden eine Mitverantwortung zugesprochen. Angehörige der Opfer hatten den Staat verklagt. Damals sollten niederländische UN-Soldaten die bosnische Enklave Srebrenica und tausende Flüchtlinge schützen. Doch im Juli 1995 ergaben sie sich kampflos beim Sturm serbischer Einheiten. Das Berufungsgericht in Den Haag befand, die niederländischen UN-Blauhelmsoldaten hätten die Männer und Jungen nicht vor dem Zugriff der Milizen geschützt. Der Staat soll den Opferfamilien nun eine Teil-Entschädigung zahlen. Die niederländische Regierung prüft Rechtsmittel gegen das Urteil.

13. Juli 1995

Konkret hatte die niederländische Einheit Dutchbat in ihrer Basis zunächst tausende Flüchtlinge aufgenommen. Nachdem es zu viele Flüchtlinge wurden, schlossen sie zunächst die Tore. Als die Milizen am Nachmittag des 13. Juli 1995 in das Lager im Osten Bosniens einrückten, leistete die schlecht ausgerüstete niederländische UN-Truppe jedoch keinen Widerstand. Die bosnischen Serben holten dann die Flüchtlinge aus dem Langer, trennten Männer und Jungen, verfrachteten sie in Busse und töteten sie später. In dem nun gesprochenen Urteil ging es um eine Mitverantwortung für den Tod von rund 350 Jungen und Männern.

(zuerst veröffentlicht am 11.07.2017)

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: TV | 11.06.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 11:18 Uhr

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