Zeitreise Mitteldeutschland | Station 4 | Ereignisse 18.10.1502 - Universität in Wittenberg

Reformation und Landesherrschaft 1485-1648

Kurfürst Friedrich der Weise (1463-1525)gründet die Universität Wittenberg. Er bemüht sich besonders um die Verwaltung seines Landes. Da die Universität Leipzig 1485 nach der Teilung des Landes an die albertinische Linie gefallen war, benötigt Friedrich zur Ausbildung seiner Beamten und Lehrer eine neue Hochschule. Als Wirkungsstätte von Luther und Melanchthon erwirbt die Wittenberger Universität in der Folgezeit eine Schlüsselstellung für die Reformation, die über Deutschland hinaus auch auf Skandinavien und das Baltikum ausstrahlt.

Der sächsische Kurfürst gilt als mächtigster Landesherr seiner Zeit. Als Mann des Ausgleichs hält Friedrich der Weise sein Herrschaftsgebiet aus allen kriegerischen Auseinandersetzungen heraus. Er baut Wittenberg zu seiner Residenzstadt aus mit der Universität als Ausgangsort und geistigem Zentrum der Reformation. Unter dem politischen Schutz Friedrichs genießen die Vordenker der Reformation Handlungsfreiheit und die Neue Lehre kann sich voll entfalten.

1512 übernimmt der Mönch und Humanist den Lehrstuhl für Theologie an der Wittenberger Universität. Das intensive Studium des Römerbriefs im Neuen Testament führte ihn auf den Weg der Reformation. Nach dem Thesenanschlag 1517 verteidigt der Doctor der Heiligen Schrift zäh und unbeirrt seine Lehre. 1521 wird Luther auf dem Reichstag in Worms in den Bann getan. Seither halten die sächsischen Kurfürsten von Torgau aus ihre Hände schützend über den Reformator. Mit der Bibelübersetzung, den Katechismen, der Deutschen Messe und einer Vielzahl weiterer Schriften schafft Luther die Grundlagen für das neue evangelische Bekenntnis.