Babys in einer Kinderkrippe, 1971
Die meisten Mütter in der DDR gingen schon nach wenigen Wochen wieder arbeiten. Dann kamen die Kleinen in die Krippe. Bildrechte: dpa

Kinderbetreuung in der DDR

Die Kinder hatten in der DDR einen langen Tag. Nicht selten mussten die Kleinen von sechs Uhr bis achtzehn Uhr in die Krippe oder den Kindergarten gehen. Nach der Schule verbrachten viele Schulkinder die Nachmittage im Hort.

Babys in einer Kinderkrippe, 1971
Die meisten Mütter in der DDR gingen schon nach wenigen Wochen wieder arbeiten. Dann kamen die Kleinen in die Krippe. Bildrechte: dpa

Die Kleinen hatten einen langen Tag. Nicht selten standen sie schon frühmorgens um sechs Uhr an der Hand von Mutti oder Vati vor der Krippen- oder Kindergartentür. Von 6 Uhr bis 18 Uhr war dort geöffnet, damit die Eltern arbeiten konnten. Seit Mitte der 70er Jahre wurde zunehmend die Nachfrage nach den Plätzen für die Vorschulkinder befriedigt. Beispielsweise kostete ein Kinderkrippenplatz 25 Mark im Monat. Die Kleinen wurden von ausgebildeten Kindergärtnerinnen und Krippenerzieherinnen betreut.

Die liebevolle Betreuung war die eine Seite, auf der anderen mussten staatliche Erziehungsprogramme abgearbeitet werden. Schon in den ersten Lebensjahren malten die Kinder neben Blumen und Sonnen auch Arbeiterfahnen und sangen vom Sozialismus, von der Freundschaft zur Sowjetunion und vom Kampf für den Frieden. "Mein Bruder ist Soldat, er schützt unseren Staat", lautete eine der Liedzeilen.

Bezahltes Babyjahr seit 1976

Zwar konnten Muttis seit 1976 ein bezahltes Babyjahr nehmen, doch die Chancen der Eltern, ihre Kinder der staatlichen Erziehung in Krippen und Kindergärten dauerhaft zu entziehen, waren nur gering. Einige kirchliche Kindergärten boten zwar Alternativen, doch die waren nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das so genannte Babyjahr wurde aufgrund der sinkenden Zahl von Geburten eingeführt.

Es verbarg sich dahinter eine 80-prozentige Lohnfortzahlung, die Mütter nach der Geburt ihres ersten Kindes für sechs, später auch für zwölf Monate in Anspruch nehmen konnten. Nach der Geburt jedes weiteren Kindes konnte man für ganze zwölf Monate finanziell abgesichert freigestellt werden. Gleichzeitig wurde der Mutter die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz garantiert.

Hort und Kinderkombination

Den Schul- oder auch Kinderhort haben in der DDR ganze Generationen von Kindern besucht. Der Hort schuf einen Übergang von der Ganztagsbetreuung in den Kindergärten zum Schulalltag. Schüler der ersten bis vierten Klasse konnten vor und nach Unterrichtsbeginn durch schulpädagogisch ausgebildete Fachkräfte betreut werden – auch bei den Hausaufgaben. Die Horte waren von sechs bis 17 Uhr geöffnet.

Kinderkombination - die etwas eigenartige Bezeichnung galt Zweckbauten aus Fertigteilen, in denen Kindergarten und Kinderkrippe unter einem Dach untergebracht waren. Das hatte den Vorteil, dass Kinder im Vorschulalter lange Jahre in derselben Umgebung betreut werden konnten.

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2010, 10:48 Uhr