Ostdeutsche Brauereien

Ober Torsten Wiese serviert 2006 Bier der Marke Radeberger in der Semperoper in Dresden
Radeberger so serviert zu bekommen, davon konnten DDR-Bürger nur träumen. Einst Tafelgetränk des sächsischen Königs Friedrich August III., wurde Radeberger Pilsner in der DDR zur Bückwahre. Die Brauerei war 1945 in Volkseigentum übergegangen und firmierte fortan als VEB Radeberger Exportbierbrauerei. Der Name war Programm. Die Hälfte der Jahresproduktion ging in den Export. Der Rest landete in der gehobenen Gastronomie. Wer Glück hatte, bekam ein Radeberger im Mitropa-Wagen der Deutschen Reichsbahn. 1990 wurde der VEB von der Frankfurter Binding-Brauerei übernommen. 2002 wurde die zur Dr. August Oetker KG gehörende Firma in Radeberger Gruppe umbenannt.   Bildrechte: IMAGO
Ober Torsten Wiese serviert 2006 Bier der Marke Radeberger in der Semperoper in Dresden
Radeberger so serviert zu bekommen, davon konnten DDR-Bürger nur träumen. Einst Tafelgetränk des sächsischen Königs Friedrich August III., wurde Radeberger Pilsner in der DDR zur Bückwahre. Die Brauerei war 1945 in Volkseigentum übergegangen und firmierte fortan als VEB Radeberger Exportbierbrauerei. Der Name war Programm. Die Hälfte der Jahresproduktion ging in den Export. Der Rest landete in der gehobenen Gastronomie. Wer Glück hatte, bekam ein Radeberger im Mitropa-Wagen der Deutschen Reichsbahn. 1990 wurde der VEB von der Frankfurter Binding-Brauerei übernommen. 2002 wurde die zur Dr. August Oetker KG gehörende Firma in Radeberger Gruppe umbenannt.   Bildrechte: IMAGO
Das Bier für Sie! Köstritzer Schwarzbier - Schild im bayerischen Biermuseum in Kulmbach
Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH in Bad Köstritz bei Gera gehört zu den ältesten Brauereien Deutschlands. 1543 wird sie erstmals erwähnt. Das Bier erfreute sich bei Goethe ebenso großer Beliebtheit wie bei Wilhelm von Humboldt und Otto von Bismarck. 1948 wurde der Betrieb enteignet und zum Volkseigenen Betrieb. Das Bier wurde nach Westdeutschland, später auch nach Osteuropa exportiert. Wie das Radeberger, gehörte das Köstritzer in der DDR nicht zum regulären Sortiment von Konsum und HO. 1991 übernahm die Bitburger Holding den VEB Köstritzer Schwarzbierbrauerei. Bildrechte: IMAGO
Die Wernesgrüner Brauerei GmbH in Steinberg-Wernesgrün
Die Wernesgrün-Brauerei GmbH ist eine traditionsreiche Brauerei in Wernesgrün im Vogtland. Die einstmals privat geführte Brauerei wurde 1949 verstaatlicht und nannte sich von 1974 an VEB Exportbrauerei Wernesgrün. Und der Name war Programm - ein Großteil der Produktion wurde exportiert. 1990 wurde die Brauerei zunächst privatisiert, seit 2002 gehört sie zur Bitburger Gruppe. Bildrechte: IMAGO
Ein Glas Hasseröder Schwarzbier
In Hasserode, einem Stadtteil von Wernigerode, wird zwar erst seit 1872 Bier gebraut, die Marke Hasserörder hat jedoch einen rasanten Aufstieg erlebt. Heute ist Hasserörder Marktführer in Ostdeutschland. Der Aufstieg hatte 1990 begonnen, nachdem die Brauerei erst von der Gilde Brauerei Hannover und später von der belgischen Interbew-Gruppe übernommen worden war. Seit 2008 gehört Hasseröder zum  Anheuser-Busch InBev Konzern. In der DDR war Hasserörder ein regionales Bier im Raum Magdeburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Sternburg Export , DieselDoppelkaramel und Kirsch Porter
Sternburg Export Bier hatte in der DDR keinen besonders guten Ruf. Das Bier galt Bierkennern als ausgesprochen dünn. Dafür war es aber immer zu haben. Die Sternburg Brauerei aus Lützschena bei Leipzig ging 1948 in Volkseigentum über, 1968 bildete sie einen Betriebsteil des VEB Getränkekombinates Leipzig. 1990 ging die Sternburg Brauerei eine Kooperation mit Hofbräu Stuttgart ein. Doch der Absatz brach ein, niemand wollte mehr Sternburg-Bier trinken. Es erfolgte ein Notverkauf der Brauerei an die Dortmunder Brau und Brunnen AG. 1992 aber wurde Sternburg wieder eingeführt, als außerordentlich preisgünstiges Bier. 2006 übernahm die Radeberger Gruppe KG Frankfurt/Main die Marke. Bildrechte: IMAGO
Ein Glas Ur-Krostitzer steht neben einem gefüllten Schnapsglas und einem Aschenbecher
"Wahre Helden stehen mitten im Leben", heißt der Werbeslogan der Krostitzer Brauerei aus dem kleinen Ort Krostitz bei Leipzig. Das Markenzeichen ist das Porträt des schwedischen Königs Gustav Adolph II., der während des 30-jährigen Krieges in Krostitz Station gemacht und dabei das hiesige Bier gekostet haben soll. In der DDR war die Brauerei Volkseigentum und hieß VEB Brauerei Krostitz. 1990 wurde sie Teil der Radeberger Gruppe KG Frankfurt/Main.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Umschau", 12.04.2016, 21.15 Uhr.)
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