Bildergalerie Bekannte Persönlichkeiten zu Kohls Auftritt in Dresden

Der Dichter und Liedermacher Wolf Biermann, 2009
"Wer 40 Jahre lang alles schluckte, spuckt jetzt große Töne. Duckmäuser, die ihr Leben lang schwiegen, skandieren jetzt 'Helmut! Helmut!'", schrieb der Liedermacher Wolf Biermann. "Am Tag des Kanzlerbesuchs in Dresden ging ein Häuflein Gegendemonstranten mit diesem Spruch auf die Straße: 'Vom Stalinismus gleich in den Kapitalismus – ohne mich!' Sie wurden von etwa 3.000 Bürgern bespuckt und durch die Straßen geprügelt. Das Schild hielt mein alter Freund Bernhard T., jahrelang bespitzelt und lange eingesperrt im Dresdner Stasiknast, weil er zur Opposition gehörte. Ausgerechnet der wurde von einer 'Deutschland! Deutschland!'–Meute als 'Stasi-Sau' begeifert..." (Zit. nach Wolf Biermann, Die schweigende Mehrheit hat endlich das Sagen, in: Die sanfte Revolution, Kiepenheuer Verlag 1990.) Bildrechte: MDR/Michael Schöne
Der Dichter und Liedermacher Wolf Biermann, 2009
"Wer 40 Jahre lang alles schluckte, spuckt jetzt große Töne. Duckmäuser, die ihr Leben lang schwiegen, skandieren jetzt 'Helmut! Helmut!'", schrieb der Liedermacher Wolf Biermann. "Am Tag des Kanzlerbesuchs in Dresden ging ein Häuflein Gegendemonstranten mit diesem Spruch auf die Straße: 'Vom Stalinismus gleich in den Kapitalismus – ohne mich!' Sie wurden von etwa 3.000 Bürgern bespuckt und durch die Straßen geprügelt. Das Schild hielt mein alter Freund Bernhard T., jahrelang bespitzelt und lange eingesperrt im Dresdner Stasiknast, weil er zur Opposition gehörte. Ausgerechnet der wurde von einer 'Deutschland! Deutschland!'–Meute als 'Stasi-Sau' begeifert..." (Zit. nach Wolf Biermann, Die schweigende Mehrheit hat endlich das Sagen, in: Die sanfte Revolution, Kiepenheuer Verlag 1990.) Bildrechte: MDR/Michael Schöne
Horst Teltschik
Horst Teltschik, außenpolitischer Berater des Bundeskanzlers, stand am 19. Dezember hinter Helmut Kohl auf der Tribüne. In seinem Buch "329 Tage. Innenansichten der Einigung" schreibt er, dass nur "die Menschen, die unmittelbar vor dem Rednerpult standen, überschäumten und zahllose bundesdeutsche Fahnen schwenkten". In den hinteren Reihen seien die Menschen jedoch "sehr ruhig" gewesen. "Sie hörten konzentriert zu und es herrschte kein Überschwang." Teltschik meinte gar "Teilnahmslosigkeit" zu spüren, wenn nicht ab und an doch einmal Beifall geklatscht worden wäre, der allerdings "sehr differenziert" ausfiel. Die Gesichter hätten aber auch beim Beifallklatschen "sehr ernst" gewirkt. Bildrechte: dpa
Rudolf Seiters
"Der entscheidende Tag war der 19. Dezember in Dresden an der Frauenkirche", erinnert sich Rudolf Seiters, Chef des Kanzleramtes, der neben Bundeskanzler Kohl auf der Tribüne vor der Frauenkirche gestanden hatte. "Kohl sprach dort vor hunderttausend Menschen. Die Stimmung war unglaublich. Es wehten schwarz-rot-goldene Fahnen. Ich habe in meinem ganzen politischen Leben noch nie erlebt, dass eine Staatsführung den Staatsgast mit der eigenen Bevölkerung alleine lässt. Offensichtlich, weil man Beifall für Helmut Kohl und Pfiffe für die SED fürchtete. Da merkten wir: Mit dem Regime geht es zu Ende. Wir sahen eine realistische Chance auf die deutsche Einheit." (Zitiert nach "Spiegel online", 21.10.2009) Bildrechte: dpa
Gregor Gysi
"Wozu haben wir denn jahrelang Gorbatschow bewundert?", fragte Gregor Gysi, Vorsitzender der SED-PDS auf einer Kundgebung auf dem Platz der Akademie in Ost-Berlin am Abend des 19. Dezember 1989. "Nur um jetzt durch die Bundesrepublik vereinnahmt zu werden? Lasst uns unseren eigenen Weg gehen, unsere eigene Identität finden… Lassen wir nicht zu, dass uns irgendjemand vereinnahmt." Bildrechte: imago/Reiner Zensen
DDR-Ministerpräsident Hans Modrow, aufgenommen am 17. November 1989.
"Unser Treffen in Dresden war ein Versuch, erst einmal menschlich aufeinander zuzugehen", erinnerte sich der damalige DDR-Ministerpräsident Hans Modrow an sein Treffen mit Bundeskanzler Kohl am 19. Dezember 1989. "Und ich empfand es zunächst nicht als demagogisch. Über zwei Stunden haben wir unter vier Augen gesprochen. Das war kein bissiges Gespräch. Das war ein Gespräch über Politik und über die Verantwortung, die wir haben. Und am Abend, auf dieser Veranstaltung vor der Ruine der Frauenkirche, dort hat Herr Kohl wohl für sich vieles entschlossen und entschieden…" Bildrechte: dpa
Arnold Vaatz in einer Archivfoto von 1992
"Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich hörte, dass Helmut Kohl uns für den Weg einer deutschen Wiedervereinigung keine Absage erteilt hatte", erinnerte sich der Dresdner Bürgerrechtler Arnold Vaatz. "Denn das hatte ich befürchtet, weil sehr viele Politiker im Westen eine Wiedervereinigung strikt abgelehnt hatten." Bildrechte: dpa
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (l) und der französische Präsident Francois Mitterrand (r) sind am 1. Juni 1993 in der französischen Stadt Beaune in ein Gespräch vertieft.
"Es wäre schon gefährlich, die bestehenden Grenzen in Frage zu stellen", sagte der französische Staatspräsident Francois Mitterrand (r.) bei seinem Staatsbesuch in Ost-Berlin am 20. Dezember 1989, einen Tag nach der Rede Kohls in Dresden. Bildrechte: dpa
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Der Dichter und Liedermacher Wolf Biermann, 2009
"Wer 40 Jahre lang alles schluckte, spuckt jetzt große Töne. Duckmäuser, die ihr Leben lang schwiegen, skandieren jetzt 'Helmut! Helmut!'", schrieb der Liedermacher Wolf Biermann. "Am Tag des Kanzlerbesuchs in Dresden ging ein Häuflein Gegendemonstranten mit diesem Spruch auf die Straße: 'Vom Stalinismus gleich in den Kapitalismus – ohne mich!' Sie wurden von etwa 3.000 Bürgern bespuckt und durch die Straßen geprügelt. Das Schild hielt mein alter Freund Bernhard T., jahrelang bespitzelt und lange eingesperrt im Dresdner Stasiknast, weil er zur Opposition gehörte. Ausgerechnet der wurde von einer 'Deutschland! Deutschland!'–Meute als 'Stasi-Sau' begeifert..." (Zit. nach Wolf Biermann, Die schweigende Mehrheit hat endlich das Sagen, in: Die sanfte Revolution, Kiepenheuer Verlag 1990.) Bildrechte: MDR/Michael Schöne